Ärztetag - Hausarzt
Bei der Fortbildung im Parkhotel geht es neben der interdisziplinären Wundversorgung auch um eine neue KI-Plattform, die Ärzte zeitlich entlasten und medizinisches Wissen besser verfügbar machen soll. n Kahnert/picture alliance/dpa
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Pforzheim
Kann KI Ärzte entlasten und Kosten senken? Neue Akademie in Pforzheim stellt Zukunft der Medizin vor

Pforzheim. Wie kann Künstliche Intelligenz Ärztinnen und Ärzte im Praxisalltag entlasten und gleichzeitig Kosten im Gesundheitssystem senken? Mit dieser Frage beschäftigt sich unter anderem die erste Fortbildungsveranstaltung der neu gegründeten Membra Nexus Academy von Freitag, 13. November, bis Sonntag, 15. November, im Parkhotel Pforzheim. Das Angebot richtet sich an Ärztinnen und Ärzte sowie weitere medizinische Fachgruppen.

Im Mittelpunkt des KI-Themas steht eine derzeit in Entwicklung befindliche Plattform, die medizinisches Wissen besser verfügbar machen, Arbeitsabläufe vereinfachen und Ärztinnen und Ärzte zeitlich entlasten soll. Auch die wirtschaftliche Seite sei relevant: „Effizientere Prozesse und eine bessere Nutzung ärztlicher Ressourcen können Vorteile für Praxen schaffen“, heißt es vonseiten des Veranstalters. Zugleich könnten digitale Systeme helfen, Doppelstrukturen und Aufwand zu reduzieren und damit Krankenkassen und das Gesundheitssystem finanziell wie organisatorisch zu entlasten.

„Welche Vorteile tatsächlich entstehen, muss sich allerdings erst in der praktischen Anwendung zeigen“,

heißt es.

Der eigentliche Schwerpunkt der dreitägigen Veranstaltung liegt allerdings auf der interdisziplinären Wundversorgung. Die Akademie verfolgt eigenen Angaben zufolge dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Im Zentrum der Fortbildung stehe der Gedanke, eine Wunde nicht isoliert als Hautdefekt zu betrachten. Schon bei einer sehr kleinen Wunde solle systematisch gefragt werden: Was ist die Ursache? Welche Faktoren verhindern Heilung? Welche Fachdisziplin muss gegebenenfalls einbezogen werden?

Ursache und Wirkung

Denn zum „Wundökosystem“ gehörten unter anderem Durchblutung, Diabetes, Druck- und Fehlbelastungen, Infektionen, Ernährung, Begleiterkrankungen und die Lebenssituation des Patienten. Eine standardisierte Wundaufnahme solle deshalb nicht erst bei einer chronischen Wunde beginnen, sondern möglichst früh. Der Ansatz zielt darauf, Ursache und Wirkung zusammenzuführen und Therapieentscheidungen nachvollziehbar auf den individuellen Fall auszurichten. Die Membra Nexus Academy versteht sich als Bindeglied zwischen medizinischer Forschung und Versorgungspraxis. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien sollen auf ihren Nutzen geprüft und möglichst zeitnah in die Patientenversorgung übertragen werden. Ein geplanter wissenschaftlich-ethischer Beirat soll den Prozess begleiten.

Gründung einer Stiftung

Unabhängig von der Fortbildung ist für Sonntagnachmittag, 15. November, die Gründung einer Stiftung vorgesehen. Sie soll bedürftige Menschen unterstützen, deren notwendige Wundbehandlung nicht ausreichend durch das Krankenversicherungssystem finanziert wird.

www.membra-global.com