Die Prozession führt zur Antoniuskirche, wo der liturgische Abschluss geplant ist.
Karl-Heinz Renner
Pforzheim
Katholiken feiern Fronleichnam in Brötzingen: Prozession mit 700 Teilnehmern durch Pforzheim

Pforzheim. Rund 700 Gläubige haben das Fronleichnamsfest in Pforzheim gefeiert. Der Gottesdienst fand unter freiem Himmel vor der Christuskirche in Brötzingen statt, anschließend zog die Prozession zur Antoniuskirche.

Rund 700 Gläubige der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu Pforzheim haben in Brötzingen das Fronleichnamsfest draußen begangen.

„Fronleichnam ist ein Fest, an dem die Kirche draußen ist. Sie trägt das hinaus, was wichtig ist, zeigt den Glauben nach außen“, sagte Pfarrer Steffen Schölch.

Den Gottesdienst haben zahlreiche Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu Pforzheim zelebriert.Fux
Karl-Heinz Renner

So wurde die Eucharistiefeier unter dem Motto: „Jesus – Brot des Lebens“ nicht im Kirchengebäude der katholischen Kirche gefeiert, sondern unter freiem Himmel, vor der evangelischen Christuskirche in Brötzingen. Im Anschluss an den katholischen Gottesdienst führte die Prozession zur Antoniuskirche, wo der liturgische Abschluss stattfand.

„Fronleichnam bedeutet: Christus bleibt nicht hinter den Kirchenmauern. Er bleibt nicht an einem Ort. Er geht hinaus zu den Menschen. Er geht die Wege mit, die die Menschen gehen“,

- so Schölch.

Fronleichnam sei mehr als eine schöne Tradition, mehr als ein festlicher Gottesdienst, mehr als eine Prozession. „An Fronleichnam tragen wir keine Idee durch die Straßen. Wir tragen Christus durch die Straßen, lassen uns von Christus durch die Straßen führen“, unterstrich der Pfarrer. Denn er trage die Hoffnungen und Sorgen des Lebens, die Lasten, die Fragen unserer Zeit, die Wunden der Kirche. Man gehe nicht auf die Straße, um zu zeigen, wie stark man sei, nicht um einen Triumphzug zu veranstalten, sondern um zu bekennen: „Gott ist mitten unter den Menschen, im Alltag, mitten in der Stadt, mitten in Freude und Leid“, stellte Pfarrer Schölch heraus.

So hätte es auch eine schöne Symbolik an der evangelischen Kirche zu beginnen. „Zwischen den Konfessionen gibt es Unterschiede. Manche Fragen sind noch nicht gelöst. Vielleicht gilt es auch hier – nicht zuerst auf den Mangel zu schauen, auf das, was trennt, sondern auf das, was verbindet: Der Hunger nach Gott“, betonte der katholische Seelsorger, der zuvor die wundersame Brot- und Fischvermehrung thematisiert hatte. Der Gottesdienst wurde von zahlreichen Pfarrern der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu Pforzheim zelebriert und auch von den Geistlichen und Vertretern verschiedener Missionen mitgefeiert. Schölch dankte allen, die zum Gelingen des Fronleichnamsfestes beigetragen hatten, auch seinem evangelischen Kollegen Stephen Lakkis für dessen Gastfreundschaft.

Mehrere Hundert Katholiken nahmen am bewegenden Gottesdienst unter freiem Himmel und der anschließenden Prozession teil. So reichten die aufgestellten Bänke nicht aus, um Platz für die mehr als 500 anwesenden Gläubiger zu bieten. Im Anschluss an die Feierlichkeiten wurde das Beisammensein bei einem gemeinsamen Mittagessen rund um die Antoniuskirche gepflegt.

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