nach oben
Frank Bertagnolli und seine Puzzle-Künstler: Bei der Kinder-Uni optimieren sie gemeinsam Prozesse.
Frank Bertagnolli und seine Puzzle-Künstler: Bei der Kinder-Uni optimieren sie gemeinsam Prozesse.
19.07.2017

Kinder-Uni: Wie kann man Abläufe verbessern?

Sich durch gezieltes Fragen stellen immer weiter zu verbessern – das sei im Endeffekt eine Prozessoptimierung, erklärt Frank Bertagnolli den 16 Schülern. „Das sollte zum Beispiel kontinuierlich mit den Prozessen in einer Firma getan werden. Aber auch privat könnt Ihr Euch ja immer weiter verbessern und aus Euren Fehlern lernen“, so der Professor.

Fehler zu machen, sei bei der Prozess-Verbesserung nicht nur erlaubt, sondern sogar ein wichtiger Bestandteil des Ablaufs – sofern man nachhaltig aus ihnen lerne und sie nicht in einer ähnlichen Form noch einmal mache.

Wichtig sei zunächst, sich selbst Ziele zu setzen und auf diese hinzuarbeiten. So könne sich ein Olympiateilnehmer im Sprint zum Beispiel vornehmen, eines Tages den Weltrekord im 100-Meter-Lauf zu brechen. „Ihm ist natürlich klar, dass das nicht von heute auf morgen geht und er dafür hart trainieren muss. Deshalb ist es wichtig, sich Teil-Ziele zu setzen, mit denen man Stück für Stück dem Ziel näher kommt“, so Bertagnolli. Um diese zu bestimmen, müsse man zunächst seinen Ist-Zustand kennen, im Falle des Sprinters also die Zeit, die er momentan für 100 Meter benötigt. Von diesem Zustand aus könne dann der nächste Ziel-Zustand bestimmt werden, eine verbesserte Zeit, die realistisch nach einigen Trainingseinheiten zu erreichen sei. „Sobald das erledigt ist, geht es mit dem Experimentieren los. Mit welchen Methoden kann der Sportler den nächsten Ziel-Zustand erreichen? Hilft ein Turnschuhwechsel? Eine veränderte Armhaltung? Eine gesündere Ernährung?“ Natürlich müsse jedes dieser Experimente wieder vom Ausgangszustand durchgeführt werden, um ein gültiges Ergebnis zu erreichen. Wenn eine Methode zu keiner Verbesserung beigetragen habe, könne man sie in Zukunft vernachlässigen. Die Kinder hören aufmerksam zu, doch erst, als sie in Gruppen aufgeteilt werden und selbst Hand anlegen dürfen, scheinen sie das eben Gehörte wirklich zu begreifen. Mit dem Handy stoppt jeweils ein Schüler die Zeit, während die anderen so schnell wie möglich versuchen, ein Puzzle zu lösen. Sobald alle Teile aneinanderliegen, wird auf „Stopp“ gedrückt – jede Gruppe hat ihren eigenen „Ist-Zustand“. Bei der Gruppe „Keine Ahnung“ ist dies zunächst grob eine Minute. Basierend auf dieser Leistung, setzt sich die Gruppe das Zwischenziel, am Ende der Übung 30 Sekunden für das Puzzle zu brauchen. Mit Verbesserungsvorschlägen wie „Den Rand zuerst“ und „erstmal grob sortieren“ nähern sich die Schüler langsam und durch Ausprobieren ihrem gesetzten Zwischenziel an. Nach jeder Runde werden die Ergebnisse reflektiert und protokolliert.