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Dekanin Christiane Quincke (Fünfte von links) und der Synoden-Vorsitzende Dietrich Pilz (rechts) freuen sich über sechs neue Synodale: Andreas Waidler, Andrea Wauer, Norbert Kött, Anne-Kathrin Eberle, Annika Nickel, Anita Eller und Sebastian Schenk (von links). Roller 

Kirche strebt interreligiöse Kita in Pforzheim an

Bald könnte es in Pforzheim eine interreligiöse Kindertageseinrichtung geben. Die Stadtsynode der Evangelischen Kirche hat bei ihrer Zusammenkunft am Montagabend im Huchenfelder Gemeindehaus mit großer Mehrheit dafür gestimmt, das bundesweit einzigartige Projekt auch in Zukunft weiterzuverfolgen.

In der Kindertageseinrichtung sollen sich Kinder verschiedener Religionen gleichberechtigt begegnen.

Beitrag zur Friedensarbeit

Die Leitlinien und ein Konzept dafür sind bereits von Vertretern verschiedener in Pforzheim ansässiger religiöser Gruppen und Vereine erarbeitet worden, darunter auch die evangelische und die katholische Kirche. Das Konzept lege die Grundstandards für die Einrichtung fest, sagte Christiane Quincke. Die Dekanin erklärte, es gehe um gegenseitigen Respekt und um Wertschätzung, aber auch um das Achten der Unterschiede zwischen einzelnen Religionen.

Religion werde oft als hemmend erlebt, sagte Quincke, hier solle sie verbindend wirken. Die Dekanin hält die interreligiöse Kita auch unter dem Gesichtspunkt der Friedensarbeit für wichtig. Sollte die Einrichtung wie geplant kommen, dann soll sie als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) geführt werden: Alle religiösen Gruppen und Vertreter sollen verantwortlich und finanziell als Gesellschafter an ihr beteiligt sein. Zusätzlich soll es einen fachlichen Beirat geben, der das Projekt auch über das Anfangsstadium hinaus konzeptionell begleitet. An einer möglichen finanziellen Förderung wird auch gearbeitet.

Apropos Geld: Weiteres Thema der Stadtsynode war die Innenraumgestaltung der Schloßkirche St. Michael, die voraussichtlich um rund 50 000 Euro teurer wird. Eine Vertreterin der Kirchengemeinde bat darum, der Stadtkirchenrat möge prüfen, ob es in der umgestalteten Kirche eine andere, flexiblere Möglichkeit zur Bestuhlung als Kirchenbänke gebe. Die Luther-Ausstellung habe in der leergeräumten Kirche nämlich eindrücklich gewirkt.

Über eine weitere Großveranstaltung wurde anschließend diskutiert, nämlich über ein zentrales Tauf-Fest, das 2019 an der Nagold über die Bühne gehen soll. Die 56 stimmberechtigten Synodalen beschlossen mehrheitlich, den bezirklichen Anteil des Freiwilligen Gemeindebeitrags 2018 zur Finanzierung dieses Vorhabens zu verwenden. Das Fest könne insbesondere für Familien attraktiv sein, die ihre Kinder in einem normalen Gottesdienst sonst nicht taufen lassen würden, erklärte Ruth Nakatenus.

Personelle Änderungen

Ebenfalls auf der Tagesordnung der Stadtsynode standen einige Personalien: Dekanin Quincke wurde wieder als Vertreterin des Stadtkirchenrats in die Jugendstiftung berufen. Die Stadtsynode stimmte der nachträglichen Berufung von Sabine Jost in die Diakonische Konferenz des Diakonischen Werks Baden zu und wählte Carsten von Zepelin in die Gesellschafterversammlung der Hohenwart GmbH. Weil Dietrich Pilz Vorsitz und Sitz im Aufsichtsrat des Diakonischen Werks Pforzheim-Stadt niedergelegt hat, wird Quincke vorübergehend den Vorsitz übernehmen. Ab Anfang 2018 führt Melanie Rentschler die Diakoniestation Pforzheim.