Pforzheim. Es waren in Hochzeiten von „Fridays For Future“ (FFF) schon einmal fast 1000 Kämpfer für den Klimaschutz, die bei Demos in der Pforzheimer City Flagge zeigten. An diesem Freitagnachmittag setzen sich exakt acht junge Leute auf den Marktplatz, um den zu dieser Stunde vom Bundestag beschlossenen Kohleausstieg als zu lax und zu langsam zu geißeln. Keine Frage: Corona hat FFF viel Wind aus den Segeln genommen. Vor Anker gehen wollen die Aktivisten deshalb aber nicht.
Natürlich habe das Virus der Bewegung geschadet, sagt Jan Quincke, auch Pforzheimer Kopf von „Extinction Rebellion“, der Klimawandel sei aus dem Fokus gerückt. „Aber das heißt doch nicht, dass die Klimakrise nicht mehr da ist.“ Gerade jetzt gelte es, fürs Klima zu kämpfen.
„Wer sich dafür eingesetzt hat, der hat das Problem verstanden“, bekräftigt Quinckes Mitstreiter Jonathan Rapp: „Da springt man nicht einfach wieder ab.“
Vorübergehend aber hat das alle verbindende Netz große Löcher bekommen. An Rapps Schule, dem Hebel-Gymnasium, kann die Umwelt-AG aktuell aus Gründen des Infektionsschutzes nicht wie zuvor Smoothies aus regionalem Obst verkaufen, auch die Müllsammelaktion ist bis auf Weiteres ausgesetzt. Aber immerhin, berichtet Rapps Schulkameradin Kira Noel, sammle die AG weiter alte Handys und Elektrogeräte ein, um sie einem Recycling zuzuführen.

Der Erlös fließt an „Brot für die Welt“. Selbst wenn es theoretisch möglich wäre, würde man aktuell von großen Demos absehen, weil es in der Corona-Krise die Mitmenschen zu schützen gelte, „Wenn wir uns für die gute Sache einsetzen wollen, können wir das auch auf anderem Wege tun“, sagt Quincke.
Mehr über die spontane FFF-Aktion. lesen Sie am Samstag, 4. Juli,. in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

