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Fritz Rau (Mitte), der vielleicht bekannteste Konzertveranstalter Deutschlands, brachte nicht nur Peter Maffay (links) und Udo Lindenberg (rechts) auf deutsche Bühnen, er holte auch die Rolling Stones und Madonna. © dpa
26.02.2011

Konzertveranstalter Fritz Rau verurteilt Rechtsextremisten

PFORZHEIM. Der bekannte Konzertveranstalter Fritz Rau – er brachte die Rolling Stones und Madonna auf deutsche Bühnen und organisierte die letzte Deutschland-Tour von Michael Jackson – verurteilt die jährlichen rechtsextremen Mahnwachen am 23. Februar zum Jahrestag des Luftangriffs 1945 in seiner Geburtsstadt Pforzheim. «Kein Rechtsextremer hat das Recht, daraus Kapital zu schlagen», sagte der 80-Jährige. Rau war in seinen Heimatort gekommen, um mit einem Vortrag das dreitägige Musik-Festival «Sunshine Karneval» zu eröffnen. Wenige Tage zuvor hatten sich rund 100 Rechtsextreme in Pforzheim versammelt, begleitet von einigen Gegendemonstrationen.

Bildergalerie: Pforzheimer demonstrieren gegen Rechtsextreme - Teil 1

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In dem Bombenhagel 1945 waren rund 17 600 Menschen ums Leben gekommen. Rau selbst hat den Luftangriff aus dem rund 20 Kilometer entfernten Karlsbad erlebt. «Das war furchtbar, dieser Feuerhimmel», erinnerte er sich. Der glutrot gefärbte Himmel war damals selbst im 60 Kilometer entfernten Tübingen zu sehen. Über sich selbst sagte Rau wenig stolz: «Ich war ein strammer Hitlerjunge, der erst durch die Musik entnazifiziert wurde. Aber ich habe den Hass überwunden.»

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Rau ist in Pforzheim geboren und in Ettlingen zur Schule gegangen. In Heidelberg studierte er Jura, bevor er als Konzertveranstalter seinen Durchbruch hatte. Unter anderem brachte er Bob Dylan, die Rolling Stones und Madonna in Deutschland auf die Bühne. Über das «Sunshine Karneval»-Festival freue er sich besonders, weil dabei Karneval mit Musik und nicht mit Schnaps gemacht werde, sagte der 80-Jährige. Und, so Rau: «Wenn wir mal eine Hasch-Zigarette rauchen, werden wir sofort verfolgt. Aber Alkohol ist eigentlich die schlimmste Volksverdummung.»

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