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Im Alten E-Werk: Gerald Manz (rechts) zeigt in der Ausstellung „Kunst in Eutingen“ Jutta Salzburger und Klaus Weitmann seine Geo-Graphiken.  Foto: Tilo Keller 

„Kunst in Eutingen“ im Alten E-Werk eröffnet

Pforzheim-Eutingen. „Nach langen zwei Jahren konnten wir die Ausstellung mit den Kunstschaffenden wieder organisieren“, sagte Eutingens Ortsvorsteher Andreas Renner. Es war bereits die 37. Auflage der Ausstellung, die sonst eigentlich im Oktober stattfindet. In diesem Jahr waren die Werke von elf Künstlern sowie von einigen Patienten der Tagesklinik in Eutingen ausgestellt. Der Ortsvorsteher freute sich, unter den Gästen der Vernissage auch Pforzheims Bürgermeister Frank Fillbrunn begrüßen zu können. „Eutingen ist bekannt für sein reges Vereinsleben und viele Veranstaltungen“, sagte Renner. „Wir waren in den letzten zwei Jahren im Dornröschenschlaf.“

Er bezeichnete die Ausstellung als Plattform, auf der sich Eutinger Künstlerinnen und Künstler präsentieren können. „Unsere diesjährige Künstlerriege stellt eine bunte Mischung dar“, sagte Renner und forderte die Gäste auf, zu verweilen, die Kunst zu betrachten und den Abend zu genießen. Thomas Vögtle und Elmar Buchauer umrahmten die Veranstaltung mit ihrer Gitarrenmusik und präsentierten Lieder wie „Knockin’ on Heaven’s Door“ und „Wonderful World“.

Historische Stickereien ergänzt

An den Wänden und auf einzelnen Tischen gab es facettenreiche Werke zu bewundern. Darunter auch historische Stickereien, die Ingrid Heck und Ilse Aydt filigran ergänzt und zu Neuem verarbeitet hatten. Viel Zuspruch fanden Zeichnungen und Gemälde von Landschaften, Blumen, Personen- und Tier-Porträts und nicht zuletzt abstrakte Kunst. Darunter auch die humorvollen Karikaturen von Gerald Manz. In einer Collage hatte er sogar die Corona-Pandemie aufgegriffen und in das bekannte Fresko „Die Erschaffung Adams“ von Michelangelo ein Virus integriert, wobei Gott und Adam die Fingerspitzen nur durch Handschuhe geschützt berühren. Ganz anders seine extrem bunten Geo-Graphiken, die sich bei genauerer Betrachtung als Höhendaten seiner Heimat Eutingen entpuppten. „Es ist eine ganz andere Art mit Strukturen umzugehen“, erklärte der Künstler. Dass Kunst auch Therapie sein kann, zeigte sich in den Werken der Patienten von der Tagesklinik in Eutingen.

„Kunst regt in der Therapie zur Stabilisierung und Selbstwertsteigerung an“, erklärte Kunsttherapeutin Sabine Dilly-Wildenmann. „Viele wussten vorher nicht, dass sie das können und manche bauen das später sogar aus.“ Zu den Gemeinschaftswerken der Patienten gehörte eine Magnetwand mit einem Bild von Marc Chagall und einigen beweglichen Sprechblasen zur Auswahl. So konnten auch die Besucher kreativ werden und den abgebildeten Personen beim Betrachten immer wieder neue Sprüche zuordnen. Die Ausstellung geht noch bis zum 8. Mai 2022 und ist jeweils am Samstag und Sonntag von 13 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.