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Der Ausverkauf geht in den Schlussspurt: Nur noch bis zum Ende dieses Monats gibt es am Leo „Madonna“. Erb
Der Ausverkauf geht in den Schlussspurt: Nur noch bis zum Ende dieses Monats gibt es am Leo „Madonna“. Erb
Der Umbau läuft: Wo „1982“ Kleidung feilbot, verkauft CCC bald Schuhe.
Der Umbau läuft: Wo „1982“ Kleidung feilbot, verkauft CCC bald Schuhe.
Es geht was: Das frühere Café an der Brüderstraße wird zum Feinkostladen.
Es geht was: Das frühere Café an der Brüderstraße wird zum Feinkostladen.
Gleich mehrfachen Leerstand gibt es in der Leopoldpassage.
Gleich mehrfachen Leerstand gibt es in der Leopoldpassage.
04.11.2016

Leerstand bleibt in Mode: Das tut sich in der Pforzheimer Innenstadt

Wir schließen!!!“, steht in großen Lettern am „Madonna“-Modeladen am Leo. Andere Betreiber haben diesen Schritt bereits vollzogen. Leerstand bleibt in Mode in der Pforzheimer City – die Innenstadt ist ein schwieriges Pflaster für Eigentümer und Makler. Doch wer genau hinschaut, sieht: Es ist durchaus Bewegung drin. Das führen einige Beispiele vor Augen.

Leopoldplatz: Seit längerer Zeit befindet sich die Düsseldorfer Topaz Textilhandels GmbH in finanzieller Schieflage. Der jüngst erneut gestellte Insolvenzantrag des Unternehmens, zu dem „Madonna“ gehört, beschäftigt derzeit nicht nur die Fachpresse, er zeitigt auch Folgen in der Goldstadt. Wie Mitarbeiter vor Ort berichten, ist zum 30. November Schluss in der seit 2006 betriebenen Filiale. Zwei Vollzeitkräfte und zwei Aushilfen verlören ihre Arbeitsstelle. Pforzheim sei einer der stärksten „Madonna“-Standorte gewesen. Es soll eine Nachfolgelösung geben – welche, war für die PZ bislang nicht zu erfahren. Geschichte ist nebenan das Modegeschäft „1982“. Dort läuft der Umbau. Die polnische Schuhmodenkette CCC will laut Aushang kommenden Donnerstag eröffnen. Augenscheinlich eingeschlagen hat „Zara“. In den Verkaufsräumen der spanischen Modekette, wo zuvor „K & L“ war, herrscht reger Betrieb.

Fußgängerzone: Dort gibt es eine gute Nachricht. Eine Sprecherin des Unternehmens „Hunkemöller“ widerspricht kursierenden Gerüchten entschieden, dass sich die erst vor kurzem nach Pforzheim gekommene Dessousmodenkette zurückziehen könnte. „Definitiv nicht“, heißt es aus Gelsenkirchen. Wenige Schritte weiter steht der ehemalige „Foto Notton“ seit einem Monat leer. „Mir ist nichts bekannt“, sagt der frühere Inhaber des Fotogeschäfts, Hanspeter Notton. Er beobachte, wie viele Leerstände es in Pforzheim inzwischen gebe. Der Hauseigentümer selbst will sich nicht weiter äußern. „Es ist noch alles offen“, heißt es bei Karl Schempf knapp. Auch der Ex-„Optic Fashion“ steht weiter leer. Wie berichtet, erwägt Jens Tonne, seine „Central Apotheke“ dorthin zu verlagern – was aber dann eine weitere Baustelle öffnen würde. Leopoldstraße: Dort haben sich jüngst unweit von „dm“ der Ein-Euro-Shop und die Schreibwaren-Kette „McPaper“ verabschiedet. Die Läden stehen leer, Bewegung ist nicht auszumachen.

Leopoldpassage: Das Fachgeschäft „Günther Nähmaschinen & Stoffe“ ist dort eine Institution. Doch drum herum herrscht mehrfach gähnende Leere. Für die kleinere Ladenfläche zur Lammstraße hin „tut sich gar nichts“, wie Cornelia Drews berichtet, die sich im Auftrag der Eigentümerin Honoris Holding GmbH um die Vermarktung kümmert. Erste zaghafte, aber nicht spruchreife Planungen gebe es für die größere freie Fläche links neben „Günther“. Wenn es Anfragen gebe, dann für Shisha-Bars und ausländische Gastronomie. Das bestätigt Mathias Gürbüz von der Kelterner Heinrich Schneider Immobilienvertriebs- & Verwaltungs GmbH, die für den Leerstand am Eck, zuletzt „Island of Tobacco“, neue Perspektiven sucht. „Von 100 Anfragen sind 99 Döner“, sagt Gürbüz. In Pforzheim sei die Imbiss-Auswahl schon groß: „Irgendwann ist auch die Döner-Nachfrage erschöpft.“ Er sei froh, dass der Eigentümer bereit sei, auf zukunftsträchtige Angebote zu warten. Just in dieser Woche habe es „mal wieder eine ernsthafte Anfrage“ und eine Besichtigung durch einen Schlüsseldienst-Betreiber gegeben. Auch einen Tee- oder Gewürzladen würde Gürbüz dort gerne sehen. „Irre schwierig“ nennt er die Vermarktung von Ladenflächen in der City, aber auch von Büroräumen, bei denen ebenfalls hoher Leerstand herrsche. Der Profi attestiert der Stadtverwaltung, auf dem richtigen Weg zu sein, in dem sie für das Großprojekt City-Ost Immobilien kaufe und die Entwicklung steuere: „Eine Stadt lebt und prosperiert von ihrem Zentrum aus.“

Brüder- und Lammstraße: Von kurzer Dauer war der Betrieb der Bar „Coffee House“ unterhalb der „Galeria Kaufhof“. „Wir hatten uns das anders vorgestellt“, sagt Heinz Höll von Höll Immobilien. Ein Schild verweist aber auf eine Neuvermietung. Spätestens ab Februar 2017 soll es hier türkische und griechische Spezialitäten wie Oliven und Schafskäse geben. Daneben ist in dem Feinkostgeschäft eine Verköstigung geplant. Der Umbau soll demnächst beginnen. „Das wird eine hochwertige Sache“, freut sich Höll. Über den Fortgang im ehemaligen „Betten Jost“ in der Nachbarschaft ist ihm nichts bekannt. Bald Geschichte ist das Traditionshaus „Betten-Weik“ an der Zehnthofstraße. Dort gehen zum Jahresende nach 97 Jahren die Lichter aus – aus Altersgründen, so Friedhelm Unselt. Künftig gibt’s dort Trinkwasserveredelungsanlagen.

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