Ein 32-Jähriger arbeitet heute in einem guten Restaurant in der Goldstadt, nachdem er jahrelang arbeitslos war und vergebens in vielen Maßnahmen vom Jobcenter. Der verschlossene Mann absolvierte dann innerhalb eines Jahres erfolgreich seine Ausbildung als Koch im Lernrestaurant „Goldener Anker“, begleitet von Sozialpädagogen. Eines von vielen Beispielen der vergangenen zehn Jahre, die Ute Hötzer, Geschäftsführerin von Q-Prints & Service, anführen kann.
Sie spricht vor 70 Gästen aus der Kommunal- und Landespolitik, vor Wegbegleitern und Entscheidungsträgern in den Landesbehörden über den Erfolg ihres „Ankers“. Das fast dreihundert Jahre alte Haus thront auf einem Felsen an der Bogenbrücke in Dillweißenstein. Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration, Bärbl Mielich, schwärmt von der guten Atmosphäre des Hauses und von dem buchstäblichen Anker, der Menschen in problematischen Lebenslagen Halt gibt.“ Ihr Ministerium war immer wieder gefragt, wenn es um Geld aus dem Euopäischen Sozialfonds ging, um das Projekt am Leben zu halten. Jährlich nimmt die Stadt 100 000 Euro für das Projekt, das erstmals auf drei Jahre gesichert sei, in die Hand, erklärt Sozialbürgermeisterin Monika Müller.
Dort haben laut Hötzer 66 Teilnehmer im Laufe der Jahre einzelne Qualifizierungsbausteine absolviert, 70 Prozent haben daraufhin eine Ausbildung durchlaufen oder einen Job bekommen. Seit 2011 haben allein 45 junge Frauen und Männer erfolgreich eine Lehre durchlaufen. „Bis auf wenige Ausnahmen sind alle der Gastronomie erhalten geblieben“, erklärt Hötzer. Das ging nur mit Hilfe der Zertifizierung etwa der Bausteine durch die Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald. Dessen Hauptgeschäftsführer Martin Keppler bezeichnet den „Anker“ als beispielhaft in seinem Tun und einen guten Partner.
Auch künftig komme man nicht um ein solches Haus herum, wolle man einer bestimmten Klientel eine effiziente Förderung zukommen lassen.
Wie schwierig es war, den „Anker“ seinerzeit gegen die kritischen Stimmen in das Schmuckkästen zu verwandeln, das es heute ist, schilderte Oliver Lamprecht, Geschäftsführer der Stadtbau.
Immer wieder bleibt Raum für die wunderbare Musik des „Salonensembles Furioso“.

