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Kurz nach der Hoheneck trifft der Davansweg auf die Straße von Pforzheim nach Huchenfeld. Er beginnt am Forststräßchen oberhalb von Weißenstein. Foto: Ketterl
Kurz nach der Hoheneck trifft der Davansweg auf die Straße von Pforzheim nach Huchenfeld. Er beginnt am Forststräßchen oberhalb von Weißenstein. Foto: Ketterl
08.07.2017

Leserfrage: Woher hat der Davansweg bei Dillweißenstein seinen Namen?

Mit rätselhaften Flurnamen in der Region wie dem Königsbacher „Plötzer“ hat sich zuletzt die PZ-Serie „Heimatstark“ beschäftigt. Das hat PZ-Leser Michael Mürle aus Dillweißenstein auf den Plan gerufen: „Ich hätte auch noch so eine Detektiv-Aufgabe, die mir bisher selbst alte Dillweißenstein-Füchse nicht lösen konnten: Warum heißt der Davansweg so? Gab es einen Herrn Davan, oder ist das ein Gewann?“

Einen Davansweg bei Dillweißenstein? Kennt auch Google-Maps nicht. Hätte Michael Mürle nicht einen Kartenausschnitt mitgeschickt, auf dem der Weg eingezeichnet ist – man hätte fast glauben können, er hätte den weithin bekannten Davosweg an der Nagold gemeint und sich vertippt. Hat er aber nicht. Den Davansweg gibt’s wirklich, und er führt hinter Dillweißenstein durch den Wald am Hang Richtung Huchenfeld. Woher aber hat das rund 1,5 Kilometer lange Forststräßchen seinen Namen? Mürle lag mit seiner ersten Vermutung schon ganz richtig: „Der Name kommt ziemlich sicher vom einstigen Forstinspektor Georg von Davans“, erklärt der aus Mönsheim stammende Flurnamen- Experte Jiri Hönes: „Waldwege werden ja oft nach Förstern benannt.“ Als Quellen zog Hönes Dichter- oder Flurnamen heran, auch das Badische Gesetz- und Verordnungsblatt von 1835 sowie von 1841. Hönes’ Recherchen zufolge stammte Davans aus Mannheim, hat 1835 seine Staatsprüfung bestanden und wurde Forst-Praktikant.

1841 wurde er schließlich Bezirksförster in Huchenfeld – und ganz offensichtlich muss er dort gute Arbeit geleistet haben, denn 1866 hat ihn die Stadt Pforzheim zum Ehrenbürger ernannt. Weitere Lebensdaten Davans’ konnte Hönes auf die Schnelle nicht in Erfahrung bringen. Wer auf Davans’ Spuren wandeln will, kann dies übrigens auch bei Eutingen im Wald zwischen Mäuerach und Autobahn: Dort ist eine Schutzhütte nach ihm benannt.

Die Original-Dokumente, in denen Georg von Davans erwähnt ist, sind zu finden unter http://pzlink.de/dav1 und http://pzlink.de/dav2