Keine Chemikalien mehr, sondern nur ein paar Panzermotoren, verstaut in Kisten, lagern in einem der vier Röhrenbunker (links Depot-Leiter Siegfried Hofmann mit den Ortschaftsräten). Fotos: Meyer
Pforzheim
Letzter Rundgang vor der Schließung des Bundeswehrdepots in Huchenfeld
  • Olaf Lorch-Gerstenmaier

Pforzheim-Huchenfeld. Tabuzonen, sagt Hauptmann Siegfried Hofmann, gebe es keine. Nicht die Bunker-Schutzräume unter dem Verwaltungsgebäude, nicht die sieben Lagerhallen, nicht die Wartungshalle, nicht das Gebäude für An- und Auslieferung. Auch nicht einer der mit Erde und Gehölz bedeckten röhrenartigen Bunker, stellvertretend für drei andere.

Nur um eines mache man lieber einen großen Bogen – im eigenen Interesse der versammelten Ortschaftsräte um Ortsvorsteher Gunter Raible: den Hundezwinger. Ronald de Jonge, einer der Wachmänner, grinst bei der Begrüßung des Leiters des Materiallagers Huchenfeld. Die fünf äußerst aufmerksamen Hunde sind seine „Babys“. Und das werden sie auch noch eine Weile bleiben. Ortstermin Materiallager, zwei Tage vor der Ortschaftsratssitzung, bei der die künftige Nutzung des Depots auf der Tagesordnung steht. Am 31. Dezember ist Schluss – nach 45 Jahren Nutzung. Wie es weitergeht, ist offen. „Aber wir müssen Bedarf anmelden“, sagt Ortsvorsteher Raible – bevor andere Interessenten Begehrlichkeiten entwickelten. Da war vor einigen Jahren ein Pyrotechnikunternehmen, das einen Blick auf die Bunker geworfen hatte, erzählt Hoffmann, als er im Verwaltungstrakt das Materiallager im Modell vorstellt, ehe es zu einem Rundgang in der Abendsonne geht. Gefahrstoffe – alles außer Munition und radioaktiven Stoffe – raus, und dafür Feuerwerkskörper rein? Da wären die Huchenfelder noch stärker auf die Barrikaden gegangen als gegen die jahrzehntelang gelagerten Chemikalien, vor allem Perchlorethylen.

Aber vielleicht streckt die Bundeswehr ja doch die Hand – teilweise oder ganz – nach der Liegenschaft aus, um in den jeweils 750 Quadratmeter großen Röhrenbunkern beispielsweise Verschlüsselungsgeräte einbruchssicher zu verwahren. Bundeswehrstandorte gibt es im Umkreis von 50 Kilometern noch in Stuttgart, Karlsruhe, Bruchsal und Calw.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.