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Liane Bednarz (Mitte) mit dem Veranstalter von „Klappe auf in Büchenbronn!“, Pfarrer Jens Adam, sowie der Pforzheimer Dekanin Christiane Quincke. Foto: Privat
Liane Bednarz (Mitte) mit dem Veranstalter von „Klappe auf in Büchenbronn!“, Pfarrer Jens Adam, sowie der Pforzheimer Dekanin Christiane Quincke. Foto: Privat
26.02.2017

Liane Bednarz referierte über Sprache und Ideologien der „Neuen Rechten“

Pforzheim-Büchenbronn. „Volksverräter“, „Lügenpresse“, „Links-grün versiffter Mainstream“ – wie konnte es passieren, dass in Deutschland nach einer langen Phase verpönter rechter Parolen wieder ein rechtsradikaler Jargon und rechtspopulistisches Gedankengut selbst in der Mitte der Gesellschaft Fuß fassen? Auf Einladung der evangelischen Gemeinde Büchenbronn und ihres Fördervereins „Lebendige Gemeinde“ hat die Münchner Juristin und Publizistin Liane Bednarz in einem Vortrag mit dem Titel „Gefährliche Bürger – die ,Neue Rechte‘ greift nach der Mitte“ auf diese Frage ihre Antworten gegeben.

Sie gastierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Klappe auf in Büchenbronn!“ im neuen Gemeindehaus des Bergdorfs. Bednarz machte drei Faktoren dafür verantwortlich, dass sich in Deutschland eine „Neue Rechte“ formieren konnte: die fremdenfeindlichen Parolen eines Thilo Sarrazin („Deutschland schafft sich ab“), der als Türöffner der Neuen Rechten fungiert habe; die Gründung einer zunächst mit professoralem Anstrich auftretenden AfD, die schon sehr früh am rechten Rand gefischt habe; sowie eine sich immer weiter radikalisierende Gruppe von AfD-Politikern wie Björn Höcke, Alexander Gauland oder André Poggenburg. Als ideologische Grundlagen und Versatzstücke nannte Liane Bednarz den Ethnopluralismus, den Antiliberalismus und den Antipluralismus. Der Ethnopluralismus gehe vordergründig von einer Gleichwertigkeit der Rassen und Kulturen aus, verbiete aber deren „Mischung“.

Die Neue Rechte operiere in diesem Kontext wieder mit originär völkischem Vokabular, wenn etwa vom „deutschen Volkskörper“ oder gar vom „Ethnogenozid“ und „Ethnosuizid“ Deutschlands wegen „Überfremdung“ beziehungsweise „raumfremder Menschen“ gesprochen werde.