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Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager (rechts) gratuliert Dirk Büscher. Er ist jetzt neuer Erster Bürgermeister. © Ketterl
Dirk Büscher ist neuer Erster Bürgermeister der Stadt Pforzheim.
26.07.2016

Liveticker zum Nachlesen: Dirk Büscher (CDU) wird neuer Erster Bürgermeister

Pforzheim. Dirk Büscher wird neuer Erster Bürgermeister von Pforzheim. Mit einer Mehrheit von 23 Stimmen wurde der 49-Jährige am Dienstag im 2. Wahlgang zum Nachfolger von Roger Heidt gewählt, der nach acht Jahren im Amt als Geschäftsführer in die Leitungsebene der Stadtwerke wechselt. Lesen Sie im Ticker von PZ-news nach, wie Kandidaten-Vorstellung und Wahl gelaufen sind. 

Bildergalerie: Dirk Büscher (CDU) ist neuer Erster Bürgermeister

Büscher nahm die Wahl an. Er sei bestrebt, mit dem Gemeinderat und der Bürgermeisterriege „in den nächsten acht Jahren gerne und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten“. Inhaltlich lege er eine hohe Priorität auf die Weiterentwicklung der Bäder und die Standortfrage der Feuerwehr. Aber auch „Sicherheit, Ordnung und Stadtsauberkeit“ benannte er als wichtige Faktoren für das Image einer Stadt und schloss dabei auch eine künftige Videoüberwachung an neuralgischen Punkten nicht aus.

Dirk Büscher konnte sich im 2. Wahlgang mit 23 Stimmen gegen Burkhard Metzger (13 Stimmen) durchsetzen. Im 1. Wahlgang vereinigte Büscher 20 Stimmen auf sich, Metzger konnte hier 12 Ja-Stimmen erzielen, der dritte Kandidat Dimitrij Walter bekam lediglich eine Stimme.

Der Diplom-Ingenieur wirkte seit 2008 als Verbandsdirektor beim Regionalverband Nordschwarzwald und kennt sich damit bestens in der Region aus. Büscher hat Raumplanung an der Universität Dortmund studiert, später noch einen Abschluss als zertifizierter City-und Regionalmanager am Institut für City- und Regionalmanagement Ingoldstadt erworben. Er arbeitete lange Jahre als Regionalplaner beim Regionalverband Franken und als stellvertretender Verbandsdirektor beim Regionalverband Mittlerer Oberrhein. Seit 2004 ist Büscher Lehrbeauftragter im Fach Architektur an der Universität Karlsruhe und seit 2006 Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg der Akademie für Raumforschung und Landesplanung.

Der gebürtige Lünener wohnt in Pforzheim, ist verheiratet und hat drei Kinder. Sein neues Amt wird er voraussichtlich am 1. Oktober antreten


Ticker aktualisieren


### Jetzt muss Büscher reichlich Hände schütteln. Eine kleine Rede ist fällig. Und dann geht das Händeschütteln weiter. Und auch die Sitzung des Gemeinderats, über deren weiteren Verlauf wir noch berichten werden.

### Das Rennen ist gelaufen. Dirk Büscher ist der neue Erste Bürgermeister der Stadt Pforzheim. Er erhielt 23 Stimmen, Metzger kam auf 13 Stimmen. Nur 39 Stimmen wurden abgegeben, dieses Mal waren nur 3 Stimmzettel ungültig.

### Das dauert aber mit der Information der Kandidaten. Vor Hager betritt Woflgang Schulz (WiP) mit drei Tassen Kaffee den Raum. Er erntet Gelächter.

### Es ist ausgezählt. Hager informiert zuerst die Kandidaten. Einer wird wohl am Ende der Wahl mit einem Lächeln in den Ratssaal kommen.

### OB Hager ist der Schlussmann des zweiten Wahlgangs. Jetzt wird noch einmal gezählt. Die Sitzung ist unterbrochen. Anders als bei der Wahl von Sybille Schüssler zur Bürgermeisterin in der Uhlig-Nachfolge gibt es kein Getuschel zwischen den Fraktionen. Es bleibt ruhig. Die Sache scheint klar zu sein.

### Im zweiten Wahlgang genügt die einfache Mehrheit. Bleiben die Büscher-Wähler ihrem Kandidaten treu, müssen die Wahlverweigerer schon mitmachen und für Metzger stimmen, damit der Pforzheimer Ex-Polizeichef eine Chance hat.

### Mal so ganz laienhaft gefragt: Warum geben von Pforzheimer Bürgern gewählte Abgeordnete ihre Stimmen nicht ab, bzw. machen sie ungültig? Taktik oder Kindergarten?   

### Es gibt einen zweiten Wahlgang. Büscher erhält 20 Stimmen - 1 zu wenig für den Sieg. Metzger erhält 12 Stimmen Das sind so viel, dass er es noch einmal im zweiten Wahlgang wissen will. Walter bekommt 1 Stimme. Es wurden von den 41 Stimmberechtigten 39 Stimmzettel abgegeben, 6 waren ungültig.

### Hager verlässt den Ratssaal und informiert zuerst die Bewerber. ### Ein Blick aus der Ferne auf die Stimmzettelhaufen gibt nicht viel Auskunft. Das bleibt spannend.

### Jetzt werden die Stimmen der Wahl zum Ersten Bürgermeister ausgezählt.

### Wie kann man die Vorstellungsrunde werten? Am glattesten, entspanntesten lief es bei Büscher. Das kalng nach Erfahrungen im Wahlkampf und in der Vorstellung großer Projekte. Bei Metzger war eine kleine Spur Nervosität spürbar, dafür ging er zuweilen ins Detail. Eher etwas wirr mutete der Auftritt von Walter an. Was war das eigentlich? Ein Seitenhieb gegen das Jugendamt und Dönerlokale? Ein persönlicher Kreuzzug?

### PZ-Kollege Marek Klimanski tippt auf einen Sieg im ersten Wahlgang. Mehr wird nicht verraten.

### OB Hager ruft jetzt in alphabetischer Folge die Stadträte nach vorne zur Wahlurne.

### OB Hager: Es sind alle 41 Wahlberechtigten anwesend. Im ersten Wahlgang muss der Bewerber die absolute Mehrheit erreichen, also 21 Stimmen.

### Weisenbacher (Wip): Seine Fraktion wird nicht abstimmen.

### Jetzt verschwindet der lächelnde Walter von der Projektionswand. Der Beifall war äußerst dünn. Das war die schlechteste Präsentation.

### "Alle sind bereit?", fragt Walter. Jetzt kommt ein Witz. Er spricht über Döner. Zu viele Dönerbuden seien gerade für den Stadtboulevard schädlich. Wo war da der Witz? Keiner lacht. Nicht einmal die AfD-Stadträte. 

### Jetzt hat Walter eine Vision: Die Busse sollen elektrifiziert werden. Getrennte Fahrspuren und kostenlose Parkplätze für Elektrofahrzeuge.

### Kassenhaus des Wartbergbades wird zum Thema. Erwähnt wird auch die Drogenszene in der Stadt. Dann kommt er auf andere Punkte zu sprechen, die gar nicht in sein Ressort fallen. Und er ist für eine Reduzierung der Bürgermeisterstellen. Will er nun gewählt werden oder nicht? 

### Dann geht es gegen das Jugendamt. Mit denen scheint der Vater Probleme zu haben. Auch sonst sieht es so aus, als fände er in Pforzheim viel Schlechtes. Aber: Er liebt die Stadt.

### Hinter ihm an der Projektionswand sieht man einen lächelnden Walter vor der Enz und dem Stadtkirchenturm.

### Jetzt tritt  Dimitrij Walter an, ein parteiloser, aber zumindest früher der AfD naher Bewerber an. Er trägt eine Krawatte im Deutschlandfahnen-Muster und gesteht, dass er sehr aufgeregt ist. Er spricht etwas schleppend Deutsch. Der 34-Jährige ist in Russland geboren und im Haidach gelandet. 

### Wieder keine Fragen von dem Stadträten. Im Vorfeld gab es ja schon viele Gelegenheiten zum Gespräch.

### Heute soll der Kandidat gewählt werden, der das Beste für Pforzheim will und erreichen kann.

### Will Wirtschaft der Stadt stärken. Er will als parteiloser Kandidat antreten.

### Wichtig: Was will die Bevölkerung? Sicherheitsleistung der Gemeinde erhöhen. Am 23. Februar will er gegen politisch Radikale besser vorgehen.

### Sein Ziel: Verwaltung soll lösungsorientiert arbeiten. Und serviceorientiert. Er will mit Transparenz wirken.

### Hat PC-Kenntnisse. Spricht mehrere Sprachen. Aktuell arbeitet er im Polizeipräsidium Ludwigsburg. Führungskompetenz. Leitungskompetenz.

### Jetzt kommt der CDU-nahe frühere Pforzheimer Polizeichef Burkhard Metzger an die Reihe. Er stellt seine Familie vor. Ist geschieden und hat eine Lebensgefährtin.

### Vieles war etwas allgemein, vielleicht eine Spur zu staatsmännisch. Es gibt keine Fragen an Büscher.

### Wichtig: Die Zukunft gehört den interkommunalen Gewerbegebieten. 

### Die Region braucht die Stadt. Umgekehrt sei es wohl noch mehr der Fall.

### Büscher: Schnittpunkte zwischen bisheriger Arbeit und neuem Einsatztgebiet.

### Sicherheit und Sauberkeit hätten etwas Optmierungsbedarf.

### Büscher kennt sich in der Region aus, im Enzkreis und darüber hinaus. Wäre bei vielen Arbeitsbereichen wichtig.

### Büscher verweist auf seinen Erfahrungsschatz. Könnte hilfreich sein der Realisiserung von neuen Projekten.

### Schwierige Finanz- und Haushaltslage. Fülle von Aufgaben. Diese Aufgaben lassen sich nicht so nebenbei verwirklichen. Das Rüstzeug für die Lösung der Aufgaben bringe er mit.

### Büscher: Vor 8 Jahren mit Familie in Pforzheim "vor Anker gegangen". Der "Neigschmeckte" will den Schulterschluss mit dem Gemeinderat und der Verwaltung schaffen. Er möchte "Bürgermeister für die Stadt sein" und wäre ein dialogfähiger Partner.

### Der von der CDU nominierte Regionalverbandsdirektor Dirk Büscher macht nach alphabetischer Ordnung den Anfang.

### OB Hager: Jeder Bewerber hat 12 Minuten Zeit, sich vorzustellen. Danach dürfen Fragen gestellt werden. Die anderen Bewerber müssen draußen warten.

### 15 wollen dem Antrag der FDP folgen, 24 wollen einen neuen Ersten Bürgermeister. Eine Enthaltung. Es muss jetzt also doch gewählt werden.

### 15 sind für eine geheime Abstimmung, 21 sind dagegen. 3 Enthaltungen. Jetzt müssen die Stadträte Farbe bekennen.

### Bernd Grimmer (AfD) will Personalreduzierung.

### Christof Weisenbacher (WiP) sieht die Einsparung des Heidt-Postens als politisches Signal.

### Hans-Ulrich Rülke (FDP): Dezernat hat immer weniger Aufgaben. Wenn jetzt auch der Busverkehr wegfällt, könne man die Stelle des Ersten Bürgermeisters einsparen.

### Antrag FDP/Freie Wähler: Verringerung der Bürgermeister von drei auf zwei. 

### "Ich werde mich hüten, ihnen bei meiner letzten Sitzung Ratschläge zu geben", lächelt Echle in die Reihen der Abgeordneten. Die freut das. Und dann hören sie aufmerksam zu, was sich Echle wünscht. Nämlich alles zum Wohle der Stadt zu tun.

### Blitzlichtgewitter. Neben den PZ-Fotografen Gerhard Ketterl drängt sich noch Stadtrat Hans-Joachim Bruch mit seinem iPad. Jetzt ist alles dokumentiert.

### Norbert Echle erhält Beifall. Das ist der Mann, der vor OB Hager sitzt und dafür verantwortlich ist, dass alles bei den Gemeinderatssitzungen funktioniert. Er hat 306 Sitzungen einwandfrei über die Bühne gebracht. Zum 30. September geht er in den Ruhestand. Das jahrzehntelange Wirken für den Gemeinderat wird mit großem Beifall auch von der Tribüne belohnt.

### Renate Thon sollte heute eigentlich geehrt werden. Kann aber nicht kommen. Die Ehrung wird nachgeholt.

### Roger Heidt wirkt sehr gelassen, scherzt mit Oberbürgermeister Gert Hager. Lange wird er das auf diese Art nicht mehr tun können, denn bald sitzt ein anderer rechts neben Hager auf der Bürgermeisterbank.

### Im Augenblick sieht das unten zwischen den Sesselreihen der Stadträte recht ungezwungen aus. Ein Hallo hier, ein Händeschütteln da, gelegentlich ein Bussi - mal sehen, ob es heute so locker-freundschaftlich bleibt oder einer schon das verbale Messer wetzt.

### Fast volles Haus im Ratssaal.

### Um 16 Uhr beginnt die Sitzung im Ratssaal. 

### Übrig geblieben sind jetzt noch drei Bewerber. Schon ganz früh hat sich der CDU-nahe frühere Pforzheimer Polizeichef Burkhard Metzger gemeldet. Ihm werden durchaus Chancen zugestanden. Man kennt ihn in Pforzheim, kann seine Arbeit, seine Person einschätzen. Weitgehend unbekannt dagegen ist Dimitrij Walter, ein parteiloser, aber zumindest früher AfD-naher Bewerber, dessen Positionen wohl nur ein kleiner Teil des Gemeinderats unterstützen wird. Spannend dürfte es beim CDU-Kandidaten Dirk Büscher werden. Gelingt es ihm, alle Stimmen der Fraktionen zu bekommen, die ihn unterstützen wollten?

### Kurios: Offenbar standen vier Bewerber der CDU nahe, deren Gemeinderatsfraktion für diese Wahl das Vorschlagsrecht hat. Die CDU selbst wartete sehr lange mit einem Vorschlag.

### Vergleichsweise gering schien das Interesse am Posten des Ersten Bürgermeisters der Stadt Pforzheim, als die Suche nach den Kandidaten startete. Doch dann hat das Rennen um die Nachfolge von Roger Heidt zum Ende der Bewerbungsfrist doch noch Fahrt aufgenommen. Neun Kandidaten – acht warfen ihren Hut in den Ring, eine zwischenzeitliche zehnte Bewerbung wurde schnell zurückgezogen.

### Heidt war Vorsitzender des SWP-Aufsichtsrats. Auch bei der Thüga, mit gut einem Drittel an den zu 65 Prozent kommunalen Stadtwerken beteiligt, hat Heidt großen Rückhalt. So tritt der Christdemokrat zum 1. Oktober 2016 die Nachfolge von Wolf-Kersten Meyer an, der dann mit 64 Jahren altershalber in den Ruhestand geht.

### Der Aufsichtsrat des kommunalen Versorgungsunternehmens Stadtwerke Pforzheim hat Roger Heidt als künftigen Geschäftsführer auserkoren. Der bisherige Erste Bürgermeister der Stadt Pforzheim hat daher seinen Abschied vom Amt verkündet und heute muss nun ein Nachfolger von Heidt gewählt werden.

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