Pforzheim. Sie stehen für bürgerschaftliches Engagement, für Dienst an der Gemeinschaft und für Hilfe für Menschen in Not: die Lions Clubs. Drei gibt es in Pforzheim bereits. Nun soll nach rund acht Monaten der Planung und der Mitgliedergewinnung am 16. März ein vierter neu gegründet werden. Heißen soll er „Lions Club Pforzheim-Bertha Benz“ als Hommage an die berühmte Pforzheimerin.
Patenclub wird der Lions Club Pforzheim-Johannes Reuchlin sein, das Clublokal das zentral an der Autobahnausfahrt gelegene „Queens Hotel“ in Niefern. Distrikt-Governor Gerhard E. Böhmler hat die Gründung genehmigt, Past Distrikt-Governor Werner H. Schwenk hat sich als „Certified Guiding Lion“ um die Planung, Organisation und Durchführung gekümmert. Als langjähriges, erfahrenes Lions-Mitglied wird der 71-jährige Bankier im Ruhestand die ersten drei Monate der Gründungspräsident sein.


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Neugierig auf Neues
Ab Anfang Juli wird dann Böhmler zum Präsidenten – und zwar ein Jahr lang. Das ist so üblich bei den Lions, denn ein Präsident trägt viel Verantwortung und muss viel leisten. Zudem sorgt der jährliche Wechsel für Abwechslung, denn jeder Präsident setzt seine eigenen Schwerpunkte.
Böhmler hat seiner Präsidentschaft den Leitspruch „Hinter dem Horizont“ gegeben. Eine Maxime, die er in Anlehnung an die ehemalige Weltpräsidentin Gudrun Yngvadottir gewählt hat. Es soll zum Ausdruck bringen, dass man niemals stehenbleiben dürfe, sondern neugierig sein und in die Zukunft schauen solle. Schwenk hat sich als Gründungspräsident nach Alexandre Dumas für den Leitspruch „Einer für alle – alle für einen“ entschieden und will damit zeigen: „Ich bin für meine Mitglieder da.“


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Der neue Club wird der vierte in Pforzheim sein und der 59. im Distrikt 111-Süd-Nord, der Nordbaden umfasst. 31 Mitglieder hat er schon, fast die Hälfte davon sind Frauen. Verglichen mit anderen Clubs ist das laut Böhmler eine sehr hohe Quote: Bei Lions Deutschland liegt sie nur bei rund 18 Prozent. Im neuen Club sind fast alle Berufe und Professionen vertreten: von der Hochschule bis zum Handwerk, vom Arzt bis zum Pensionär. Das Durchschnittsalter liegt bei 48 Jahren – und damit deutlich niedriger als das der meisten anderen Clubs in Deutschland.
Der Jugend verpflichtet
Um die Akquisition der neuen Mitglieder hat Schwenk sich in vielen vertraulichen Gesprächen gekümmert. Den Lions kann man nämlich nicht einfach so beitreten, sondern man wird gefragt. Bei der Mitgliedersuche geht es um die charakterliche Eignung, den Einsatz und das Engagement für die Gesellschaft im Ehrenamt. Denn bei Lions müssen sich alle Mitglieder aktiv einbringen. Jeder muss Verantwortung übernehmen. Welche Veranstaltungen der neue Club auf die Beine stellen wird, steht noch nicht im Detail fest. Darüber werden die Mitglieder entscheiden. Allerdings hält man einen Bücherbasar für denkbar. Eine Sondervorstellung in der Mäulesmühle ist bereits gebucht.


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„Es gibt sehr viele Möglichkeiten für Aktivitäten“, sagt Schwenk, der gleichzeitig betont: Man wolle keine Konkurrenz zu den Hauptaktivitäten der anderen Pforzheimer Lions Clubs schaffen. Die Spendengelder des neuen Clubs sollen vor allem in regionale Hilfsprojekte fließen, insbesondere zum Wohl der Jugend. Was genau gefördert wird, beschließen die Mitglieder.
Schon jetzt ist Lions in Pforzheim und dem Enzkreis sehr aktiv im Kinder- und Jugendbereich, etwa bei der Gewalt- und Suchtprävention. „Die Jugend ist unsere Zukunft“, sagt Schwenk und erklärt: Unter dem Titel „Lions Quest“ habe man in Pforzheim und dem Enzkreis schon rund 1200 Lehrer geschult.
Lions ist weltweit die größte Service-Organisation: mit 50.000 Clubs und 1,4 Millionen Mitgliedern in 220 Ländern.

