Grüne Oase: Bürgermeister Frank Fillbrunn freut sich mit Cornelia Wolff (links) und Karlotta Nübold über die Betriebserlaubnis für den neuen Naturkindergarten in Pforzheim.
Foto: Stadt Pforzheim
Pforzheim
Manege frei: Neuer Zirkus-Kindergarten in Pforzheim kann starten
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Pforzheim. Der Naturkindergarten mit Schwerpunkt Zirkus hat die Betriebserlaubnis erhalten. Das Konzept der Betreuungseinrichtung an der Pforzheimer Hercyniastraße sei einmalig in Deutschland, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Bei einem Besuch in der grünen Oase machte sich Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn ein Bild von der Kita und gratulierte der Initiatorin des zweigruppigen Kindergartens mit zirkuspädagogischem Schwerpunkt, Karlotta Nübold, sowie Cornelia Wolff, Abteilungsleiterin im Jugend- und Sozialamt, zum Erreichten.

„Ich freue mich sehr, dass wir ein solch bundesweit einmaliges Konzept umsetzen konnten“, so Fillbrunn.

Die Zirkuspädagogik könne den Kindern nicht nur dabei helfen, ihre motorischen Fähigkeiten zu trainieren, sondern sie schule auch die sozialen Kompetenzen. Für die Stadt sei diese Kita ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau der dringend benötigten Betreuungsplätze.

Der Naturkindergarten an der Hercyniastraße ist als Kindergarten mit zwei Ganztagsbetreuungsgruppen für insgesamt 40 Kinder ausgelegt. Gestartet wird zuerst mit einer Gruppe: So können bald die ersten Kinder auf dem 3500 Quadratmeter großen Areal spielen. Die zweite Gruppe soll dann schnellstmöglich folgen, sobald die notwendigen Fachkräfte zu deren Betreuung an Bord sind. Auf dem von Bäumen gesäumten Wiesengrundstück stehen für die Kinder ein renoviertes Bestandshäuschen, ein frisch eingerichteter Schlafwagen sowie ein Container mit Sanitäranlagen und eine soge-nannte „Zirkabe“ zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Holzbau, der an eine Art Zirkuszelt erinnert und der unter anderem eine Schaukel und ein Vertikaltuch beherbergt. Dazu kommt ein mobiles Zirkuszelt, das auf dem Grundstück seinen Platz findet.

„Zirkusprojekte fördern motorische Fähigkeiten und soziale Kompetenzen“, erklärt Karlotta Nübold.

„Darum werden sie auch in der Sozialarbeit mit Kindern gern in Form von Projekten eingesetzt. Zirkus ist dabei mehr als „nur“ Sport und Körperbeherrschung. Es geht darum, in andere Rollen zu schlüpfen, Grenzen zu überwinden, miteinander in Kontakt zu treten“. Ähnlich wie bei Theater- und Erlebnispäda-gogik sei die Zielsetzung das Erleben positiver Erfolge, die Stärkung des Selbstvertrauens und der Gruppenfähigkeit der Kinder. Cornelia Wolff hebt ergänzend die Erfahrung Nübolds hervor. Sie bringe viel Projekterfahrung durch über 15 Jahre Mitwirkung beim Zirkus Maccaroni in Karlsruhe mit und sei ausgebildete Zirkus- und Theaterpädagogin sowie aktive Vorständin in der Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkuspädagogik.Der Träger, die Zirkuskindergarten gGmbH, arbeitet mit dem seit 20 Jahren aktiven Architekturbüro Nübold Architekten GmbH Karlsruhe zusammen, der auch Zirkusjurten projektiert und bereits an Regel-Kita-Neubauten in Pforzheim beteiligt war.

Neben dem neuen Kindergarten an der Hercyniastraße gibt es in der Stadt bereits einige weitere Naturkindergartengruppen. Dazu zählen unter anderem die Waldorf-Naturkitagruppe, die Bauernhofkita am Wolfsberg, die tiergestützte, intergenerative Naturkita in der Nordstadt und Waldkindergärten am Wildpark und in Eutingen.