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Blaulicht, soweit das Auge reicht: Zahlreiche Streifenwagen und ein Krankenwagen waren am Dienstagabend vor der Schlössle-Galerie im Einsatz. 
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Die Polizei trennte die Kontrahenten im August 2018 nach einer Prügelei in der Nähe der Schlössle-Galerie. 
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Blaulicht, soweit das Auge reicht: Zahlreiche Streifenwagen und ein Krankenwagen waren am Dienstagabend vor der Schlössle-Galerie im Einsatz. 

Massenschlägerei wird nach Polizeieinsatz fortgesetzt - dann aber mit Waffen

Pforzheim. Zuerst wurde herumgeschrien und dann flogen plötzlich die Fäuste. In einem Internet-Café an der Westlichen/Ecke Goethestraße soll es nach ersten Aussagen der Polizei zu einer Schlägerei gekommen sein, die sich dann über die Westliche hinweg in Richtung Schlössle-Galerie verlagerte. Doch dabei blieb es nicht.

Nach ersten Informationen sollen rund 15 Personen an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein. Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge betraten drei Personen gegen 21 Uhr das Internet-Café an der Goethestraße. Der Besitzer des Cafés schickte die drei offenbar aus seinem Laden. Daraufhin kam es zunächst zu einem verbalen Streit. Zwei weitere Personen hätten sich auf Seiten des Besitzers eingemischt. Die sechs Streithähne wären dann aus dem Laden, draußen sei es laut Polizei zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Vor der Schlössle-Galerie hätten sich weitere Personen an dem Konflikt beteiligt – durch Zuschauen, Anstacheln und eigene körperliche Attacken.

Die Folgen der Schlägerei waren mehrere leicht verletzte Personen sowie eine beschädigte Halskette. Nach erfolgter Anzeigenaufnahme, wurden die beteiligten Personen vor Ort entlassen. Die Jugendlichen und jungen Männer kamen aus dem Irak, aus Syrien, Pakistan, Afghanistan und Russland. Auch deutsche Staatsangehörige waren darunter. 

Die alarmierte Polizei war mit mindestens einem halben Dutzend Streifenwagen, unter anderem aus Mühlacker, angerückt. Die Beamten mussten den Tatort absperren und die einzelnen Beschuldigten vor Ort vernehmen. Auch ein Krankenwagen war im Einsatz, denn mindestens eine Person hatte Tränengas in die Augen gesprüht bekommen.

Situation eskaliert erneut: Schlagstöcke und Prügel

Als die Lage geklärt schien und die Polizisten gerade aufgebrochen waren, eskalierte die Situation um 22.10 Uhr erneut. Bis zu 15 Personen waren wieder beteiligt. Bei der zweiten Auseinandersetzung sollen auch Schlagstöcke und Prügel eingesetzt worden sein. Wie die Polizei mitteilte, war eventuell auch ein Messer im Spiel. Eine Person habe eine Verletzung am Oberarm gehabt, die durch eine Klinge entstanden sein könnte. Mehrere Personen erlitten leichte Verletzungen.

Insgesamt waren an beiden Schlägereien zwölf Streifenwagen und 24 Polizisten im Einsatz. Um die Situation zu klären und die Umstände aufzuklären, wurden mehrere Personen mit aufs Revier genommen. Diese waren aber laut Polizei „bislang nicht sehr redefreudig“.

Die Hintergründe beider Auseinandersetzungen sind bislang noch unklar. Für die Beamten gilt es nun, so viel Aussagen wie möglich aufzunehmen und abzugleichen, wobei vieles widersprüchlich und manches ungesagt bleiben wird. Nicht jeder aufgegriffene Schläger scheint mit der Polizei reden zu wollen. Hinzu kommen zuweilen Sprachbarrieren, was den Einsatz von Dolmetschern nötig macht und die Aufklärungsarbeit zusätzlich erschwert.