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Teilnehmer einer Demonstration im vergangenen Jahr fordern das Rathaus zum Handeln auf.  Foto: PZ-Archiv/Meyer 

Mast an OB Boch: Pforzheim soll sicherer Hafen für Geflüchtete sein

Pforzheim. In einem Brief an OB Peter Boch fordert die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast diesen dazu auf, Pforzheim zum „sicheren Hafen“ für Geflüchtete zu erklären.

„Ich bin mir sicher, Pforzheim kann konkrete Kontingente von Menschen benennen, die aus griechischen Lagern aufgenommen werden können“, erklärt Mast in dem Schreiben an den Rathauschef. Angesichts der „katastrophalen und untragbaren„ Zustände, beispielsweise im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos, sei nun die Politik in der Pflicht, zu handeln. „Wir Sozialdemokraten sind der Meinung: Deutschland kann das unwürdige Leid in den griechischen Lagern nicht ignorieren. Es geht vor allem um Kinder, Alte und Schwache“, so Mast.

Zwar hätte der Bund sich bereit erklärt, 50 Kinder aus Moria aufzunehmen - was ein international „klares Zeichen“ sei, dass Deutschland Wort halte und seiner Verantwortung „Schritt für SChritt“ gerecht werde. Insgesamt werde jedoch auf Brüssel gewartet, was den Menschen in der akuten Not wenig helfe. Daher fordert Mast Boch dazu auf, Pforzheim - wie bislang 140 andere Städte auch - dem Bündnis „sicherer Hafen“ beizutreten. „Lassen Sie uns schnell konkrete Schritte folgen lassen, und nicht Verantwortung von uns weisen“, so Masts Appell. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Seebrücke Pforzheim das vom Rathaus gefordert. „Es muss eine europäische Gesamtlösung für die Aufnahme, die Asylverfahren sowie die Integration oder die Rückführung von Geflüchteten gefunden werden“, hatte Boch damals erklärt – in Zeiten vor Moria und Corona.