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Strahlende Gesichter: Die Gewinner der Sonderpreise sowie der ersten und zweiten Preise (von links) Pia Schmid, Mona Klammer (vorne), Lena Sichert, Matthis Sonntag, Theresia Fehling, Yarlin Hazim (Ersatz für Aymen Qaso), Leni Bischofberger, Léa Nadine Hetke, Louis Martin, Tim Cysarek mit dem Geschäftsführenden Verleger Thomas Satinsky (links) und Verleger Albert Esslinger-Kiefer. Foto: Meyer

Mehr als 850 Schüler beteiligen sich am PZ-Schreibwettbewerb

Die einen schufen eine düstere Vision von Pforzheim in 100 Jahren. Andere ein heiteres Märchen und manche gar einen richtigen Grusel-Thriller: Was die Preisträger des Schreibwettbewerbs „Kreative Köpfe“ der Jakob-und-Rosa-Esslinger-Stiftung zu Papier brachten, begeisterte die Jury so sehr, dass sie gar einen Sonderpreis auslobte. Mehr als 850 Schüler aus Pforzheim, dem Enzkreis und darüber hinaus hatten in diesem Jahr ihre Werke eingereicht.

Über die hohe Beteiligung am Wettbewerb freute sich auch PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer, der die Wichtigkeit kommunikativer Fähigkeiten auch im Zeitalter der sozialen Medien betonte. „Lesen und Schreiben sind Grundtechniken, die den Weg zu einem erfolgreichen Leben öffnen“, sagte Kiefer im vollbesetzten PZ-Forum, wo Schüler, Eltern und Lehrer gespannt auf die Verkündung der Preisträger warteten.

Und sie mussten sich nicht lange gedulden. Denn Thomas Satinsky, Geschäftsführender Verleger der „Pforzheimer Zeitung“, stellte die prämierten Werke der jungen Schreibtalente vor. So wie das von Jonah Schwarz: Der Fünftklässler der Realschule Niefern hat ebenso wie Marleen Haarwaldt ein Märchen geschrieben. In seiner Erzählung hilft Wolf Moka dem Ritter Helmut bei der Befreiung von Prinzessin Helga aus den Fängen eines Drachen, während die Fünftklässlerin des Reuchlin-Gymnasiums mit lebendiger, dynamischer Schreibe die Geschichte vom „Wunschring“ erzählt.

Ein Happy End gibt es auch bei der Drittplatzierten Emily Tippl von der Ludwig-Uhland-Schule. Allerdings sieht es für deren Heldin Mia erst ganz anders aus. „Hektische Dialoge machen den Horror lebendig, der sich letztlich als Streich herausstellt“, sagte Satinsky. Auch für Toni Querengässer gab es aus den Händen von Direktor Georg Stickel einen dritten Preis – ein mit 200 Euro gefülltes Konto der Sparkasse Pforzheim Calw. Die Geschichte des Neuntklässlers des Lise-Meitner-Gymnasiums Königsbach über den Wert von Reichtum und Geld sei von vorne bis hinten durchdacht, so Satinsky.

Punkten konnte auch Tim Cysarek mit seiner Grusel-Story, die Satinsky als „Lehrstück gegen Fake News und als Enthüllungsgeschichte erster Güteklasse“ bezeichnete. Der Fünftklässler der Gemeinschaftsschule Neubulach erhielt von PZ-Verleger Kiefer ebenso wie Matthis Sonntag von der Gemeinschaftsschule am Stromberg, Mona Klammer vom Hilda-Gymnasium Pforzheim und Theresia Fehling vom Kepler-Gymnasium Pforzheim einen mit 300 Euro dotierten zweiten Preis.

Mona Klammer gelinge es, mit ihrem Märchen über die faule Tochter Gwendolin und die verzauberten Prinzen ebenso Spannung aufzubauen wie Matthis Sonntag. Bei dessen Stück über den Kauf eines vermeintlich billigen Autos wird der Leser im Unklaren gelassen, wie das Ganze ausgeht. „Die Deutungsvielfalt macht die Erzählung so lesenswert“, erklärte Satinsky. Theresia Fehlings Zukunftsvision über Pforzheim im Jahr 2119 sei hingegen eine Geschichte voll erschütternder Wirklichkeit, aber mit dem Prinzip Hoffnung.

Auch Léa Nadine Hetke dokumentiert den Untergang einer Stadtgesellschaft. Die von Gefühllosigkeit geprägte Science-Fiction-Story der Zehntklässlerin des Theodor-Heuss-Gymnasiums belegte einen der ersten Plätze. So wie auch Louis Martins (Mörike-Realschule Mühlacker) „runde Geschichte“, die die Spannung bis zum lustigen Ende aufrechterhält. Denn für das Chaos auf dem Schulhof ist nicht etwa eine Jugendgang verantwortlich, sondern eine Waschbären-Familie. Auch eine weitere erste Preisträgerin widmete sich dem Thema „Nachts auf dem Schulhof“. Allerdings lässt Leni Bischofberger darin die vor 750 Jahren umgebrachte Margaretha als Geist umhergehen und ihrer Geschichte eine neue Wendung geben. „Ein Prunkstück, geprägt von Lokalkolorit“, sagte Satinsky. Für das Werk der Siebtklässlerin des Theodor-Heuss-Gymnasiums gab es ebenso einen mit 400 Euro dotierten Scheck wie für das von Aymen Qaso. Der Neuntklässler der Otterstein-Werkrealschule zeichnet darin einen Lehrer-Schüler-Konflikt mit optimistischem Schluss.

Erstmals hat sich die Jury – Erika Föst, German Fux, Eckard Mickel, Anja Noel, Sandra Pfäfflin und Rebecca Stralendorff – dazu entschlossen, zwei Sonderpreise für herausragende Texte zu vergeben: Pia Schmid aus dem Ottheinrich-Gymnasium Wiesloch schuf laut Satinsky mit dem Kampf der Jahreszeiten ein wunderschönes Stück Prosa und erhielt ebenso 600 Euro wie Lena Sichert von der Otterstein-Realschule Pforzheim. Die Achtklässlerin begeisterte mit ihrem Stück voller Perspektivwechsel, das von der Rache eines Vaters für seine an Drogen gestorbene Tochter handelt.

Über ein weiteres Novum konnten sich auch die Schulen freuen, von denen es die meisten Einsendungen in die Endauswahl geschafft hatten. Dafür nahmen die Nordstadtschule, die Otterstein-Werkrealschule, das Hilda-Gymnasium sowie das Kepler-Gymnasium je einen Schulpreis in Höhe von 250 Euro von BW-Bank-Direktorin Ilka Knoth entgegen. Stimmig umrahmt wurde die Preisverleihung erneut vom Kinder- und Jugendchor der ChorAkademie Pforzheim unter der Leitung von Salomé Tendies.

Die Jakob-und-Rosa-Esslinger-Stiftung

Langfristig ausgerichtet auf den Ausbau von Kultur, Bildung und Erziehung ist die Jakob-und-Rosa-Esslinger-Stiftung, die von PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer in Erinnerung an die Gründer des Verlags ins Leben gerufen wurde. Stiftungszweck ist insbesondere die Förderung von Lesekultur mit der Zielsetzung, jungen Menschen eine umfassende Information und Bildung zu vermitteln und sie damit zu einer sinnvollen Lebensführung zu befähigen. Unterstützt werden Initiativen und Projekte, mit deren Hilfe Jugendliche eine positive und zukunftsorientierte Nutzung aller Medien gewinnen können, so beispielsweise durch die Fortbildung für Pädagogen oder auch Projekte zur sprachlichen Integration ausländischer Mitbürger.

Gefördert werden kann aber auch bürgerschaftliches Engagement im Interesse eines demokratischen Staatswesens im Verbreitungsgebiet der „Pforzheimer Zeitung“. Bei dem Preis der Jakob-und- Rosa-Esslinger-Stiftung handelt es sich um eine Zuwendung im Sinne des Stiftungszwecks. Im Wettbewerb werden Schüler der Klassen 5 bis 12 angesprochen. Sonderpreise waren mit je 600 Euro dotiert. Die vier Kategorie-Sieger erhielten einen Geldpreis in Höhe von 400 Euro, die Zweitplatzierten je 300 Euro und die Drittplatzierten von der Sparkasse je 200 Euro. Für die vierten bis sechsten Plätze gab es Thalia-Buchpreise.

Weitere Infos gibt es bei der „Pforzheimer Zeitung“ telefonisch unter (0 72 31) 93 3393.

Nicola Arnet

Nicola Arnet

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