Die Preisträger 2025: Jan Lauer und Christoph Meißner vom Wildpark-Förderverein, Jugendfeuerwehrmann Michael Frolov, Christine Bischoff und Sabrina Bogner-Rudolf vom Inklusionsrat Keltern sowie Melanie Klotz und Julia Gerhard von „Herzensraum“ (von links).
Röhr
Pforzheim
„Menschen des Jahres“: Das hat der Preis bei den Gewinnern von 2025 bewirkt

Im Jahr 2025 wurde der Preis „Menschen des Jahres“ zum ersten Mal verliehen. Die PZ hat bei den Gewinnern nachgefragt, was seit der letzten Preisverleihung passiert ist.

Es war ein Fest der leuchtenden Vorbilder, als im vergangenen November die Gewinner des Preises „Menschen des Jahres“ im Volksbankhaus in Pforzheim feierlich gekürt wurden. In den vier Kategorien Ehrenamt, Zivilcourage, Mottopreis „Jugend stärken“ und Leserpreis wurden jeweils Preisgelder in Höhe von 2.500 Euro vergeben – und die Gewinner gebührend auf der Bühne gefeiert. Die „Pforzheimer Zeitung“ hat sich knapp ein Jahr danach bei den Preisträgern umgehört, was sie mit dem Geld angefangen haben und welche Nachwirkungen die Verleihung für sie hatte. „Wir sind gerade dabei, eine große Lesung zu organisieren“, sagt Melanie Klotz, die für ihr Projekt „Herzensraum“, bei dem sie zusammen mit Julia Gerhard in Öschelbronn einen Platz für trauernde Eltern geschaffen hat, mit dem Leserpreis der „Pforzheimer Zeitung“ ausgezeichnet wurde. Die Lesung der Autorin Marion Glück soll am Weltgedenktag für Sternenkinder am 15. Oktober um 19 Uhr stattfinden. „Hierfür wollen wir einen Teil des Preisgeldes verwenden“, sagt Klotz.

Auch sei eine größere Veranstaltung fürs Frühjahr geplant. Größtes Ziel der beiden Initiatorinnen: „Über Sternenkinder zu sprechen, ist für viele noch immer ein großes Tabuthema“, sagt Klotz. Sie wollen Menschen, die ihr Kind in der Schwangerschaft oder kurz danach verloren haben, zeigen, dass es einen Raum zum Reden gibt – den Herzensraum.

Der Förderverein des Wildparks ist mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet worden – vor allem für sein großes Engagement für das neue Besucherzentrum, das im vergangenen Oktober eröffnet werden konnte. „Das Projekt hat mehrere Millionen Euro gekostet, und viele Spenden sowie auch das Preisgeld fließen in die Finanzierung mit ein“, erklärt Vorstandsmitglied Reiner Habinger. Der Förderverein, der bisher überwiegend mit Spenden gearbeitet hat, sei zudem nun auch auf der Suche nach Sponsoren, „um das ehrenamtliche Engagement noch weiter ausbauen zu können“, wie Habinger erklärt.

Für seine Zivilcourage ist Michael Frolov ausgezeichnet worden. Der Jugendfeuerwehrmann aus Engelsbrand saß in einem Bus, der einen Unfall hatte, und leistete vorbildlich Erste Hilfe, bis die Rettungskräfte eintrafen. „Vor allem aus meiner Familie, aber auch von Lehrern, von Freunden und von der Feuerwehr habe ich viel Resonanz auf den Preis bekommen“, sagt er im Gespräch mit der PZ. Noch habe er das Preisgeld nicht ausgegeben: „Ich habe es angelegt, um es dann für meinen Führerschein zu nutzen“, sagt der 15-Jährige.

Und auch beim Inklusionsrat Keltern, der für seinen Einsatz mit dem Mottopreis „Jugend stärken“ ausgezeichnet wurde, wirkt der Preis noch nach: „Uns als Inklusionsrat hat es gutgetan, dass unsere Arbeit gesehen wird, und wir konnten Themen so leichter platzieren“, sagt Sabrina Bogner-Rudolf. Der Inklusionsrat sei nach der Verleihung auch überregional bekannter geworden. „Das ist gut so, denn Inklusion hört ja nicht an der Ortsgrenze auf“, sagt Bogner-Rudolf. Mit dem Preisgeld habe man unter anderem die „Kernzeit für alle“ mit einer Neugestaltung von zwei Räumen unterstützt, die in dieser Woche offiziell an die Gemeinde übergeben wurden.