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Panagiota Morkotini hilft den Mädchen und Jungen bei den Aufgaben an den Tablets.  Foto: Meyer 
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Fachbereichsleiter Raffael Biscardi (links) und Panagiota Morkotini rechts), Leiterin des Familienzentrums, mit den Mädchen und Jungen, die derzeit nur während der Betreuungszeiten Zugang zu digitalen Medien haben.  Foto: Meyer 
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Hannah, zwölf Jahre alt, und Silvana, acht Jahre alt, optimieren mit den Laptops die Zeitung, die als Projektarbeit erstellt wird.  Foto: Meyer 

„Menschen in Not“ spendet Tablets für Kinder aus dem Bernhardushaus

Pforzheim. „Das Engagement der PZ-Aktion ,Menschen in Not‘ für das Familienzentrum Bernhardushaus freut uns sehr“, sagt Caritasdirektor Frank Johannes Lemke. Die Digitalisierung der rund 45 Kinder, die im Familienzentrum sind, sei wichtig. „Es sind überwiegend Kinder , die ein Stück weit abgehängt sind von der sozialen Entwicklung“, so Lemke. Sie würden entweder aus Familien stammen, die Migrationshintergrund hätten, oder aus Familien, die sozial schwächer seien als andere. „Gerade diese Kinder bedürfen einer besonderen Unterstützung im Familienzentrum. Zum einen was ihre soziale Bindungsfähigkeit andererseits, was die Stabilisierung der schulischen Leistung anbelange.

„Wir leben in einer Zeit, in der ohne Digitalisierung nichts mehr geht. Deswegen ist es von besonderer Wichtigkeit, dass wir hier das entsprechende Equipment haben, das wir an diese Kinder unter Aufsichtung und Begleitung weitergeben können“, erklärt der Caritasdirektor. „Es ist wichtig, dass diese Kinder nicht abgehängt werden, aber sie sollen auch lernen, dass man damit verantwortungsvoll umgehen muss.“ Die Gerätschaften dürften nicht nur dazu da sein, um irgendwelche Spiele zu spielen, „das darf man sicherlich auch, aber sie sollen das Gerät beherrschen lernen, und sie sollen lernen, welche Informationen sie bekommen können“. Das sei für den schulischen Alltag sehr wichtig. „Wenn ich in der Schule etwas nicht verstanden habe, dann hilft das Internet“, erklärt Lemke weiter. Aus diesem Grund sei ein Zugang wichtig.

Durch eine Spende von „Menschen in Not“ erhalten rund 30 ausgewählte Kinder, die im Familienzentrum betreut werden, einen Laptop. Durch pädagogisch versierte Kräfte, die die Kinder und ihre Eltern im Umgang mit den digitalen Medien schulen, sei die Nachhaltigkeit gewährleistet. Ebenso wird sich ein Team um die Zugänge der Familien zu Hause kümmern und entsprechend zur Seite stehen, wenn technische Voraussetzungen auf den neuesten Stand gebracht werden müssen. „Wir lassen niemand alleine.“  

„Wir sind schon früh auf den Zug der Digitalisierung aufgesprungen“, sagt Raffael Biscardi, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie der Caritas. Vor rund drei Jahren wurden die ersten Geräte gekauft und das WLAN im Bernhardushaus ausgebaut. „Zehn Tablets sind inzwischen im täglichen Gebrauch“, erklärt Panagiota Morkotini, Leiterin der Einrichtung. „Während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr wurde klar, dass viele Kinder zu Hause eingeschränkte räumliche Möglichkeiten haben.“ Sie könnten nicht in Ruhe Hausaufgaben machen, weil mehrere Kleinkinder Lärm machen. Viele Eltern hätten auch keinen Internet-Anschluss, Laptop oder Drucker zu Hause. Selbst ein Smartphone sei nicht selbstverständlich. „Wir haben hier im Zentrum kopiert, durch das Fenster die Hausaufgaben angeschaut und gleichzeitig Tipps gegeben“, erinnert sie sich. Wem es zu Hause zu langweilig wurde, für den hatte Morkotini Rätsel und allerlei Zusatzaufgaben parat.

Nun ist der schulische Alltag zurück. „Vieles wird aber digital bleiben“, sagt Raffael Biscardi. Nun geht es darum, dass die Kinder am Ball bleiben sollen.  Panagiota Morkotini, Leiterin des Bernhardushauses, freut sich für die Mädchen und Jungen, dass diese bald zu Haus erreichbar sind. „Per E-Mail können deren Lehrer dann bald Dokumente zu den Kindern nach Hause schicken.“ Zu Hause könne dann alles digital bearbeitet werden, und gleichzeitig gibt es die Möglichkeit zu recherchieren. „Natürlich nur mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Sie sollen nicht wild surfen und komische Seiten anschauen.“ Das werde alles entsprechend eingerichtet.   „Jedes Kind hier hat einen Laptop verdient“, so Morkotini weiter. „Wir müssen aber genauer hinschauen.“ Mädchen und Jungen, zu denen der Kontakt schon Jahre gewachsen sei, die sich immer bemühen und die sozial gut eingegliedert seien, stünden auf ihrer Liste.   

Ibrahimefe, genannt Efe, neun Jahre alt, und Ezdin, acht Jahre alt, kommen seit der ersten Klasse ins Bernhardushaus. Beide kommen jeden Mittag in die Betreuung und machen Hausaufgaben. „Es hilft mir, wenn ich dann noch Zusatzaufgaben am Tablet hier machen kann“, erklärt Siezdin. Am liebsten macht er Matheaufgaben. „Das Arbeiten am Tablet hilft mir.“ Zu Hause hat niemand ein digitales Gerät. Er ist der Älteste der vier Geschwisterkinder.  Auch Efe ist das älteste der vier Geschwister zu Hause, und auch seine Familie hat kein Laptop oder Computer zu Hause. „Wenn wir wieder von zu Hause aus Schule haben, dann kann ein Tablet mir zu Hause ermöglichen, am Unterricht teilzunehmen“, sagt er. Die Jungs sind sich einig, dass sie auf keinen Fall eine Klasse wiederholen wollen. 

Susanne Knöller

Susanne Knöller

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