Dietz-Filialleiterin Ivanka Jung und ihre Mitarbeiter sind geschockt. Foto: Ketterl
Pforzheim
Metzgerei Dietz schließt Filiale in der Fußgängerzone – Zukunft der Angestellten ungewiss
  • Lisa Belle

Pforzheim. Die Metzgerei Dietz schließt ihre Filiale in der Pforzheimer Fußgängerzone nach neun Jahren. Während es seitens des Hauptsitzes der Firma gegenüber der Presse noch heißt, es sei nichts endgültig entschieden, haben die Mitarbeiter vor Ort seit Dienstag dieser Woche Gewissheit: Die Filiale an der Westlichen schließt bereits zum Ende dieses Monats.

„Das kam sehr kurzfristig“, sagt Filialleiterin Ivanka Jung.

Hintergrund der Aufgabe der Pforzheimer Metzgerei seien wohl eine zu hohe Miete und ein zu weiter Transportweg, schätzt sie. Hintergrund ist, dass die Metzgerei Hans Dietz aus Schopfloch auf der Schwäbischen Alb 2012 Insolvenz anmeldete. Die Feneberg-Lebensmittelgruppe und die Lipp Markenvertriebs GmbH übernahmen damals das Unternehmen mit allen Produktionsstätten, Filialen und rund 250 Mitarbeitern.

Nun hat sich die Firma entschlossen, den Produktionsstandort Heroldstatt aufzugeben und die Zubereitung von Fertiggerichten von dort in die Feneberg-Zentrale im bayerischen Kempten zu verlagern. Pforzheim, laut Jung die einzige Filiale im Badischen, sei nun wohl zu weit entfernt.

Wie es nun für sie und die neun weiteren Angestellten in Pforzheim ab Februar weitergeht, stehe noch in den Sternen. „Kündigen tun sie niemandem“, sagt die 56-Jährige. Stattdessen sei den Mitarbeitern Arbeit in anderen Filialen, etwa in Möhringen, Göppingen oder Kirchheim angeboten worden. „Dabei bin ich hier die Einzige mit einem Führerschein und Auto“, sagt Jung kopfschüttelnd. Man habe beispielsweise einer jungen Mutter, die an drei Nachmittagen pro Woche in der Filiale arbeite, angeboten, sie in Göppingen unterzubringen. „Unzumutbar“, lautet das Fazit der Filialleiterin.

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