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Der Angeklagte soll im November mit einem Messer auf seine Nachbarn losgegangen sein. Symbolbild PZ
Der Angeklagte soll im November mit einem Messer auf seine Nachbarn losgegangen sein. Symbolbild PZ
16.04.2018

Mit Messer auf Nachbarn losgegangen: Pforzheimer wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Karlsruhe/Pforzheim. Ausgesprochen zäh hat sich am Montag der Prozessauftakt gegen einen 57-jährigen Pforzheimer vor dem Karlsruher Schwurgericht gestaltet. Der Mann ist des versuchten Totschlags angeklagt. Er soll im November vergangenen Jahres in der Oststadt mit einem Messer auf seine Nachbarn, ein Ehepaar, losgegangen sein.

Die beiden, die ein Stockwerk über dem Angeklagten leben, erlitten dabei Stichverletzungen, die auch lebensgefährlich hätten sein können. Beide konnten aber nach einigen Tagen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Bei dem Prozess, der am Mittwoch fortgesetzt wird, wird es wohl vor allem um die Schuldfähigkeit des Angeklagten gehen, der sich selbst an nichts erinnern will.

Mit Jagdmesser an der Tür

Sein Filmriss beginnt mit dem Leeren einer Flasche Wein am frühen Abend des 4. November. Einige Stunden später soll er nach Angaben des betroffenen Ehepaars – wie der Angeklagte Übersiedler aus der ehemaligen Sowjetunion – in erheblich alkoholisiertem Zustand (ausgegangen wird von einem Wert von 2,6 Promille) erst an der Wohnungstür der beiden geklingelt und anschließend lautstark getrommelt haben.

Der 63-jährige Nachbar habe dem Mann, der ein 25 Zentimeter langes Jagdmesser in der Hand gehabt haben soll, den Zutritt zur Wohnung verwehrt, woraufhin es zu einem Gerangel zwischen den beiden Männern und der 62-jährigen Ehefrau gekommen sein soll. Dieses endete schließlich auf dem Küchenboden, wo es der Frau nach deren Angaben gelungen sein soll, dem späteren Angeklagten das Messer zu entreißen.

Zuvor hatte ihr Mann dabei einen Stich in die Brust und sie selbst vier Stiche in Rücken, Arm und Oberkörper davongetragen. Die herbeigerufene Polizei konnte den mutmaßlichen Täter schließlich widerstandslos in dessen Wohnung festnehmen.

Die Zeugenbefragungen selbst stellten die Nerven sowohl vom Vorsitzenden Richter Leonhard Schmidt als auch Strafverteidiger Cornelius Schaffrath auf eine harte Probe. Nicht nur der Angeklagte, der regelmäßig stark trank, wollte sich nicht an die Geschehnisse erinnern können. Auch die beiden Opfer konnten sich nicht an eine Konfliktsituation erinnern, die Motiv für die Eskalation gewesen sein könnte.

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