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Scharf war die Sprengladung , die die Polizei bei zwei Autonomen sicherstellte: Bei einer Explosion via Zeitzünder wäre Buttersäure freigesetzt worden. © Seibel/Polizei
09.02.2011

Mit Stinkbomben gegen rechts: Geldstrafen für Azubis

PFORZHEIM. Zwei Auszubildende aus der linken Szene sind am Mittwoch von Strafrichterin Christine Roschinski zu Geldstrafen von 90 beziehungsweise 80 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt worden, weil sie geplant hatten, am 23. Februar vergangenen Jahres kurz vor der Fackel-„Mahnwache“ des „Freundeskreises ein Herz für Deutschland“ zwei Sprengsätze zu zünden – gefüllt mit Buttersäure. Zu dem Stinkbomben-Anschlag kam es jedoch nicht, weil die Polizei das Auto der beiden 23-Jährigen kontrollierte und die selbst gebastelten Pakete fand und die Männer vorübergehend festnahm.

Bildergalerie: Demonstration gegen rechte Mahnwache am 23. Februar - Teil I

Bildergalerie: Demonstration gegen rechte Mahnwache am 23. Februar - Teil II

Die Sprengladung hätte aus mehreren zusammengebundenen China-Krachern bestanden, die durch eine Zeitschaltuhr in die Luft geflogen wären. Dann wäre die Buttersäure freigesetzt worden. Staatsanwaltschaft und Gericht stuften das Vorhaben als minderschweren Fall ein. Die Angeklagten räumten ein, die Aktion sei „unbedacht“ und die Methode „nicht die richtige“ gewesen. Man habe niemanden körperlich schädigen wollen.

Der von der Polizei als rechtsextremistisch eingestufte „Freundeskreis“ trifft sich seit vielen Jahren auf der Aussichtsfläche des Wartbergs. Kurz vor 20 Uhr entzünden rund 100 Rechte ihre Fackeln – es ist die Stunde der Bombardierung Pforzheims. Hunderte von Polizisten schirmen das Gelände ab, damit es nicht zu einer Auseinandersetzung mit „Antifaschisten“ kommt. Die „Mahnwache“ selbst ist richterlich gedeckt durch das Recht auf Versammlungsfreiheit. ol

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