Das taunasse Gras quietscht unter den Schuhsohlen, während sich eine Gruppe von Menschen müht, den schweren Weidenkorb des Heißluftballons in die richtige Position zu bringen. Noch liegt der Schirm schlaff auf der Wiese beim Hofgut Buckenberg. Gegenüber dem matter werdenden Mond malt die aufgehende Sonne den Himmel erst rosa, dann golden, legt den Schimmer des anbrechenden Tags über die Dächer der Stadt in der Ferne.
Tosend fluten die Gebläse die riesige bunte Hülle mit Luft, dann zündet Pilot Tom Steflitsch die Brenner. Flammen schlagen zischend ins Nichts – und langsam, ganz langsam richten sich erst der Schirm, dann der Korb auf. Zugestiegen. Acht Augenpaare richten den Blick nach unten, Steflitsch lässt die Flammen lodern, und der Boden unter den Füßen ist verloren.
Ballonfahren, eine Faszination für Jung und Alt. Sich einfach dem Wind hingeben und sich den Traum vom Logenplatz am Himmel erfüllen. PZ-news ist frühmorgens mitgefahren und hat sich Pforzheim und die Region von oben angeschaut.
Kleiner Rest der Welt
Der Ballon steigt mitsamt den vor Ehrfurcht verstummten Passagieren nicht langsam, aber sanft gen Himmel. Kein Achterbahn-Gefühl in der Magengrube, kein Wackeln, keine Unsicherheit.
Mit dem Wind gleitet der Ballon über die Wiesen und Felder, steigt höher, immer auf die Stadt zu. Der Mann, der dort auf dem Feldweg seinen Hund spazieren führt, wird kleiner – und mit ihm der Rest der Welt. Es hebt sich der Blick über den Nebel, der sich noch in den Baumwipfeln festhält, die Flussläufe von Würm und Enz entlangwabert. Ein märchenreifes Schauspiel. Die Sonne scheint in acht staunende Gesichter. Tom Steflitsch ist zufrieden – und gibt Gas.

Über den Wolken
Lenken, sagt der erfahrene Pilot, kann er nicht, wohin diese Reise gehen wird. Er ist abhängig davon, wohin der Wind seinen Ballon trägt. Nur durch das Steigen oder Sinken kann er die Luftströmungen beeinflussen, die ihm die Richtung vorgeben. Die Winde zu treffen – „das ist der Sport und macht die Schwierigkeit aus“, sagt er. Die dampfenden Wiesen und Felder liegen zurück. 300 Meter über Pforzheim: das Holzhof-Stadion, der Gasometer, die Straßen der Nordstadt. Alles sieht aus wie die Landschaft einer Modelleisenbahn-Anlage. Wie der Stadtbus um den Kreisverkehr biegt, der bunte Grabschmuck auf dem Hauptfriedhof, die Geschäftigkeit des erwachenden Stadtlebens. So bekannt und doch unwirklich fremd aus dieser Perspektive.
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