Pforzheim/Wolfsburg. Wolfsburg bekommt zwei neue Dezernenten – und Pforzheim hat demnächst eine Dezernentin weniger. Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs hatte eine neue „Stadträtin für Soziales und Gesundheit, Sport und das Klinikum Wolfsburg“ gesucht und die Pforzheimer Bürgermeisterin Monika Müller hatte sich für diesen Posten beworben. Am Mittwochnachmittag wurde sie im Wolfsburger Gemeinderat einstimmig gewählt.
Eine „Stadträtin“, so der Sprachgebrauch in Wolfsburg, entspricht einer Bürgermeisterin in Pforzheim. Seit März 2011 war Monika Müller (SPD) Bürgermeisterin für Soziales, Bildung und Sport der Stadt Pforzheim. Die Juristin und dreifache Mutter wird nun nach Wolfsburg ziehen. Bei ihren Kindern habe sie mit dem Wolfsburger "Badeland" für einen Umzug punkten können, bei ihrem Mann mit dem Fußball-Bundesligateam.
Von ihren drei Kindern sei sie "in Gelassenheit und Geduld erzogen" worden. Eine "Wolfsburg-Expertin" sei sie nicht, aber sie wäre lernbereit, sagte Monika Müller vor der Wahl im Wolfsburger Ratssaal. Spontanen Beifall erntete sie, als sie erklärte, das Städtische Klinikum in städtischer Hand belassen zu wollen, weil so ein Krankenhaus "kein Spekualtionsobjekt" sei. Ihr Ziel als neue Dezernentin: "Es gilt, den sozialen Wandel aktiv zu gestalten." Für ihre stellenweise launige Rede erntete sie Beifall von allen Fraktionen.
Die anschließende Wahl war dann ein klarer Vertrauensvorschuss: Keine Nein-Stimme, keine Enthaltung - der Wolfsburger Gemeinderat sprach sich einstimmig für Monika Müller als neue Dezernentin aus.
Jetzt wird in Pforzheimer sicherlich die Diskussion um neue Dezernatszuschnitte und eine mögliche Reduzierung der Bürgermeisterposten wieder in Gang kommen.
ZUR PERSON
Die 43-jährige Juristin Monika Müller leitet seit März 2011 das Dezernat für Soziales, Bildung und Sport in Pforzheim. Sie arbeitete zuvor unter anderem als Regionalgeschäftsführerin beim Arbeitgeber- und Berufsverbund Privater Pflege (ABVP) in Berlin. Von 2002 bis 2004 war Monika Müller Referentin der SPD-Bundestagsfraktion für den Bereich Familie und Bildung. Anschließend arbeitete sie als Referentin für den Bereich Sozial-, Bildungs-, Sport- und Gesundheitspolitik und war für rechtliche Fragen der Kommunalpolitik bei der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in Berlin zuständig. Sie ist in Malsch geboren und wuchs in Muggensturm auf.

