Pforzheim. Eine einwöchige Fortbildungsreise nach Granada und Almeria in Andalusien haben insgesamt 18 Lehrkräfte der Musikschule Pforzheim erlebt. Hintergrund der Reise war die Weiterentwicklung der Musikschule zu einer „Musikschule der Nachhaltigkeit“. Das Fazit nach der Reise fiel gut aus, denn diese stellte sich als Füllhorn von Erfahrungen, Begegnungen und Inspirationen heraus.
EU fördert Begegnung
Möglich wurde die Reise durch die Zusammenarbeit der Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis (vhs) und der Musikschule mit dem EU-Förderprogramm Erasmus+. Die Dozenten Jürgen Will, ehemaliger vhs-Direktor und Zaid Ghebreyohanes stellten ein Kombi-Programm aus Musik, Naturerfahrungen, Begegnungen und Innovationen im Bereich des Musikmanagements zusammen, das die Teilnehmenden in die Lage versetzen sollte, sich für Neues zu öffnen.
Dies sei gerade in Zeiten notwendig, wo Abgrenzung und Reduzierung von Vielfalt zu erleben seien, stellte es Musikschulleiter Andreas Michel dar.
„Allein unser Kollegium bestand aus zehn Nationen im Alter von 20 bis 70 Jahren. Mit Verständnis und Respekt voreinander ist das alles kein Problem“, so Michel.
Die Sympathie war gleich vorhanden, als Michel und sein Kollegium auf den Leiter der Musikschule Clasijazz in Almeria, Pablo Mazuecos, trafen. Das Engagement und der Ideenreichtum begeisterte die Pforzheimer Musiklehrkräfte derart, dass sie gleich eine Jam-Session im Studio gaben. Beide Musikschulen werden sich in Zukunft miteinander austauschen und gegenseitig fördern. Ein Besuch im Museo Caja in Granada und der Erfahrungsaustausch mit dem dortigen Direktor gab Einblicke in ein nachhaltiges Musikmanagement. Trennungen zwischen Klassik und Moderne, unterhaltend und ernst, darstellender, bildender Kunst oder Musik sind dort längst überwunden. Vielfalt sei die Zukunft, lernten die Pforzheimer Musiklehrkräfte.


„Musizieren vermittelt Werte“: Für Musikschulleiter Andreas Michel sind alle Menschen willkommen
Eine Reise in die Sierra Nevada zu den Dörfern Capileira and Pampaneira bot einen Erfahrungsmix aus Landschaft, Menschen, deren Kultur, Arbeit und Produkte und schaffte ein besseres Verständnis für die dortige Musik. Der Auftritt eines Laien-Zupforchesters aus der Alpujarra begeisterte die Delegation so sehr, dass andalusische Klatschrhythmen spontan übernommen wurden.
Ein Auftritt der Musiklehrkräfte beim bestens besuchten „Albyzin Festival San Miguel“ in Sichtweite der Alhambra war schließlich der absolute Höhepunkt und bestätigte auch Schulleiter Michel darin, dass die eingesetzten EU-Fördermittel zukünftig wieder dem Musikschulbetrieb in Pforzheim zu Gute kommen werden.
Frisch beschwingt, schließt sich an diese Erfahrung nun ein Konzert an. Es ist für Freitag, 11. Oktober, ab 18 Uhr in den Räumen der Musikschule (Deimlingstraße 12) geplant. Der Eintritt ist frei.



