Unwetter Pforzheim 23
Der Hauptfriedhof musste wegen herunter gefallener Äste geschlossen bleiben.
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So sah es am Morgen nach dem Gewitter auf der Wartbergallee aus.  Foto:
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Am Mittwochmorgen liegen zahlreiche Äste auf und neben den Straßen in Pforzheim und dem Enzkreis – wie hier neben der Hachelallee.

Nach Unwetter: Hauptfriedhof aus Sicherheitsgründen geschlossen – Wie haben Sie das Unwetter erlebt?

Pforzheim/Enzkreis. Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, umgerissene Strommasten – rund 120 Einsätze hatten die Feuerwehren am Dienstagabend in Pforzheim und dem Enzkreis zu bewältigen. Der Wetterdienst Kachelmannwetter registrierte in Pforzheim 115 km/h Windgeschwindigkeit. 

Verletzt wurde durch das Unwetter glücklicherweise niemand. Wie die Feuerwehr mitteilte, war in Pforzheim nahezu das gesamte Stadtgebiet vom Unwetter betroffen. Mit Ausnahme von Würm und Huchenfeld waren alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Die meisten Einsatzstellen verteilten sich auf die Bereiche Weststadt, Nordstadt sowie die Innenstadt.

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Hauptfriedhof aus Sicherheitsgründen geschlossen

Hauptfriedhof Pforzheim aus Sicherheitsgründen bis Freitag geschlossen

Auch auf dem Hauptfriedhof hat das starke Unwetter große Sturmschäden hinterlassen. Einige der Bäume wurden entwurzelt oder abgeknickt. Aus Sicherheitsgründen hat das Grünflächen- und Tiefbauamt den Hauptfriedhof an der Ispringer Straße geschlossen. Die drei städtischen Baumkontrolleure haben den Hauptfriedhof begangen. Da aber nach extremen Windereignissen fast alle Bäume überprüft werden müssen, wird es noch einige Zeit dauern, bis alle Kontrollen abgeschlossen sind.

Auf dem Hauptfriedhof sind einige Bäume so stark geschädigt worden, dass Sie gefällt werden müssen. Viele Bäume haben Teile ihrer Krone verloren und müssen nachversorgt werden. Über den ganzen Friedhof verteilt liegen Äste und Stämme auf den Wegen und in den Grabfeldern. Es werden noch einige Tage vergehen bis alles aufgeräumt ist. Leider sind auch einige Grabsteine und Grabbepflanzungen beschädigt worden

Die gute Nachricht: Der Friedhof wird voraussichtlich ab Freitag, 9. August, wieder geöffnet werden können. Andere Pforzheimer Friedhöfe waren in dem Ausmaß nicht betroffen.

Die anstehenden Bestattungen konnten trotz Sperre durchgeführt werden. Die Mitarbeiter des Grünflächen- und Tiefbauamts und der Technischen Dienste haben alles unternommen, um dies zu ermöglichen.

Sturmschäden im Enzkreis

Betroffen im Enzkreis waren die Gemeinden Ispringen, Keltern, Kieselbronn, Kämpfelbach, Mühlacker, Niefern, Wilferdingen sowie Wimsheim mit rund 60 Einsätzen wobei der Schwerpunkt mit über der Hälfte der Einsätze in Keltern lag. Der Bereitschaftsdienst der Stadtwerke wurde aufgrund umgestürzter Strommasten in der Nordstadt verständigt.

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Unwetter hinterlässt Schäden in Pforzheim und der Region

Unwetter über Region führt zu vielen Feuerwehreinsätzen
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Unwetter über Region führt zu vielen Feuerwehreinsätzen

Während des Unwetters kam es in Pforzheim zusätzlich zu zwei Brandmeldealarmen in einem Geschäftshaus und einem Seniorenzentrum, in beiden Fällen handelte es sich um einen Fehlalarm.

Die vierköpfige Nachtschicht der Integrierten Leitstelle wurde durch dienstfreies Personal verstärkt. Insgesamt durch 16 Disponenten wurden Notrufe abgefragt und die zahlreichen Einsätze koordiniert. Die Beamten des Polizeipräsidiums Karlsruhe verzeichneten in ihrem Bereich einen entstandenen Sachschaden von 250.000 Euro. Mehrere Fahrzeuge wurden durch herabfallende Äste beschädigt und Gullydeckel aus ihrer Verankerung gehoben. 

Wie haben Sie das Unwetter erlebt? Hat es Sie eventuell besonders getroffen oder wurde gar etwas beschädigt? Haben Sie vielleicht sogar ein Foto gemacht? Dann schicken Sie uns gerne Ihre Erlebnisse an internet@pz-news.de, wir werden eine Bildergalerie und die Geschichten der Leser veröffentlichen.

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Mann stirbt bei Badeunfall nahe Karlsruhe – Unfälle auf Autobahn - Stadtbahnverkehr eingestellt

In ganz Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland tobten heftige Gewitter. Bei einem Badeunfall in der Nähe von Karlsruhe starb am Abend ein junger Mann - das Unwetter erschwerte die Suche nach dem vermissten Schwimmer sehr. "An der Einsatzstelle angekommen, entschied sich die Einsatzleitung aufgrund des tobenden Unwetters zunächst, keine Boote einzusetzen", berichtete ein Sprecher. "Im weiteren Verlauf kamen diese jedoch trotzdem zum Einsatz." Nach etwa 45 Minuten fanden Taucher den leblosen Körper. Jede Hilfe kam aber zu spät.

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Schweres Unwetter fordert Feuerwehr in Keltern

In Ettlingen (Kreis Karlsruhe) verursachte ein heruntergerissenes Blechdach einen Schaden von rund 150.000 Euro. Nach Angaben der Polizei flog das rund 150 Quadratmeter große Dach am späten Dienstagabend auf ein benachbartes Autohaus und beschädigte neben dem Gebäude zahlreiche Fahrzeuge. Die B3 war dermaßen blockiert, dass die Straße voll gesperrt werden musste. Teilweise mussten die Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge stehen lassen und können diese erst wieder abholen, wenn die Aufräumarbeiten beendet sind. Diese werden aber nach derzeitigem Stand noch den ganzen Tag andauern.

Aufgrund schwerer Sturmschäden ist der Schienenstreckenast zwischen Karlsruhe Hauptbahnhof und Rastatt Bahnhof über Ettlingen West, Malsch und Muggensturm für den Bahnbetrieb bis mindestens Freitag, 9. August, komplett gesperrt. Die Stadtbahnen der AVG-Linien S71 und S81 können diesen Streckenabschnitt deshalb weiterhin nicht passieren. Ein Ersatzverkehr mit Bussen konnte bisher noch nicht eingerichtet werden, da zahlreiche Straßen ebenfalls aufgrund der Sturmfolgen noch nicht für den Verkehr freigegeben wurden.

PZ-Redakteurin Nicola Arnet hat das Geschehen in Ettlingen selbst mitbekommen:

"Ettlingen-Bruchhausen hat es besonders heftig getroffen, während des Sturms lief das Wasser an den Fenstern vorbei wie in einer Waschmaschine, riesige Kastanien haben im Sturm gewackelt wie Weidenruten, meine Kinder haben geweint vor Angst. Nach nach dem zehnminütigen Sturm sah es aus wie nach dem Krieg, sämtliche grüne Tonnen umgestoßen, der ganze Müll auf der Straße verteilt, Trampoline waren hundert Meter weit durch die Luft geflogen Gartenhütten hat es aus der Verankerung gerissen, sie beschädigten geparkte Autos, Terrassenmöbel landeten meterweit entfernt in anderen Gärten, Mofas hat es umgeworfen, es hat zahlreiche Bäume entwurzelt oder abgeknickt, Nachbarn mussten Garagen und Keller leer schöpfen. Wir waren bis nachts damit beschäftigt aufzuräumen....B3 zwischen Bruchhausen Rastatt immer noch gesperrt, da stehen viele Bäume nicht mehr."

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Bruchhausen nach dem Sturm.

Wegen vieler abgerissener Äste war die A5 bei Karlsruhe in der Nacht für rund sechs Stunden gesperrt. Der Verkehr staute sich vorübergehend über acht Kilometer. Laut einem Sprecher der Polizei stand auch das Wasser auf der Strecke zwischendurch 30 Zentimeter hoch. Ein Auto kam wegen Aquaplaning von der Fahrbahn ab, der Fahrer blieb jedoch unverletzt.

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Wegen abgerissener Äste musste die A5 zwischen Karlsruhe-Süd und Rastatt in der Nacht gesperrt werden.

Die schweren Regenfälle führten in der Nähe von Koblenz (Rheinland-Pfalz) zu mindestens zwei Unfällen auf der Autobahn. Es gab eine Schwerverletzte, wie die Polizei berichtete. Die Unfälle passierten auf der A48. Bei Weitersburg überschlug sich ein Auto mehrfach, eine Frau wurde schwer verletzt. Am Autobahnkreuz Koblenz raste ein Auto bei Starkregen in die Mittelleitplanke. Der Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Im Süden und Westen können sich auch im Lauf des Mittwochs wieder kräftige Gewitter bilden, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Erneut besteht die Gefahr von Unwettern.

Thomas Meyer

Thomas Meyer

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