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Wo drückt der Schuh? Die „Zufallsbürger“ der Weststadt im Gespräch mit Sozialbürgermeisterin Monika Müller (links). Foto: Privat
Wo drückt der Schuh? Die „Zufallsbürger“ der Weststadt im Gespräch mit Sozialbürgermeisterin Monika Müller (links). Foto: Privat
10.04.2017

Nachbarschaftsgespräche erfolgreich gestartet: Pforzheim als Modellstandort der Landesregierung

Pforzheim. Lebhaft und ideenreich sind die von der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Gisela Erler, ins Leben gerufenen Nachbarschaftsgespräche „Zusammenleben – aber wie?“ in der ersten Aprilwoche in vier Stadtteilen gestartet. Büchenbronn, Haidach, Oststadt und Weststadt hießen die Stationen mit jeweils 10 bis 15 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Bürgern.

„Als echte Experten für die Stärken und Schwächen ihres Stadtteils haben uns die teilnehmenden Bürger viele Ideen, wertvolle Einblicke und tolle Anregungen, aber auch kritische Stimmen mit auf den Weg gegeben“, so Sozialbürgermeisterin Monika Müller, die hofft, dass das Programm des Landes in weiteren Stadtteilen und künftig auch in anderen Städten umgesetzt werden kann. Erler betonte: „Das Prinzip der ‚Zufallsbürger‘ funktioniert in Pforzheim nach der ersten Erfahrung sehr gut.“ Diesen werde ein Forum gegeben, um ihre Ideen und Anliegen, positiver wie negativer Art, einzubringen. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird sich Ende April in Pforzheim ein Bild vom Projekt machen.

Oft fehlen die kleinen Dinge

Die Atmosphäre: leger. Die Orte: zentral. Die Bürger: aufgeschlossen, interessiert, anpackend, aber auch kritisch. Es sind oft die kleinen Dinge, die den Menschen in ihren Stadtteilen fehlen: eine längere Kontaktzeit einer Fußgängerampel etwa oder Parkbänke. Hier seien zu viele Schmierereien, dort fehlende Parkplätze und Spielmöglichkeiten im öffentlichen Raum oder Begegnungsstätten. Es ging aber auch um grundsätzlichere Dinge wie Kinderbetreuung oder weiterführende Schulen.

Die „Zufallsbürger“ hatten bei der Veranstaltung auch positive Überraschungen parat: Die Büchenbronner beispielsweise lobten die große Offenheit der Bewohner, unterstrichen die gute Vernetzung untereinander und das generationsübergreifende Zusammenleben von Alt und Jung.

Die Haidacher schwärmten von der guten Luft und dem vielen Grün, erzählten davon, dass Spätaussiedler Deutsch als ihre Muttersprache verstehen und sie der guten Arbeit von engagierten Menschen und Einrichtungen Wertschätzung entgegenbringen.

Die Oststädter sind erfreut über die Parks, die Nähe zum Wasser oder die vielfältigen kulturellen Angebote der Stadt. In der Weststadt ging es unter anderem um die Gestaltung des öffentlichen Raums, berufliche Integration von Neubürgern und die vielfältigen Angebote zur Integration im Stadtteil.

Gemeinsam mit dem städtischen Geschäftsbereich Kommunikation und Internationales wird jetzt an den nachfolgenden Veranstaltungen gefeilt, um den Weg weiter zu beschreiten: „Die Idee des Landes Baden-Württemberg, hier eine neue Dialogidee zu verfolgen, geht in Pforzheim voll auf“, so Müller.