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Pforzheims Immobilien werden immer teurer. Archivfoto: Meyer
Meyer
Pforzheim
Nachfrage auf dem Pforzheimer Immobilienmarkt sinkt leicht
  • pm

Pforzheim. „Nachdem der Immobilienmarkt in Pforzheim in den vergangenen Jahren wieder an Fahrt aufgenommen hat, war das Überangebot an Immobilien, welches zwischenzeitlich in einigen Marktsegmenten vorzufinden war, im Frühjahr 2022 nicht mehr vorhanden. Die Nachfrage lag sogar in einigen Bereichen deutlich über dem Angebot. Das spiegelte sich bis zum Frühjahr in der reduzierten Vermarktungszeit der Häuser und Eigentumswohnungen wider“, resümiert Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, anlässlich der Veröffentlichung des neuen CityReports Pforzheim, der die Marktentwicklung auf dem Wohnimmobilienmarkt der Stadt analysiert und Auskunft über das aktuelle Kauf- und Mietpreisniveau gibt.

„Aktuell ist die Nachfrage durch abwartendes Verhalten der Käufer leicht abgeflacht. Der sprunghafte Anstieg der Hypothekenzinsen, der sich in höheren Kreditraten äußert, bremst die Investitionsbereitschaft in Immobilien deutlich.“ Die Ansiedelung neuer Betriebe sowie die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze haben dazu beigetragen, dass die Nachfrage nach Wohnraum in den vergangenen Jahren deutlich angezogen hat. Das Preisniveau bewegte sich seit Jahren im Miet-, aber speziell im Kaufbereich stetig nach oben. Die Teuerungsraten werden bei der Analyse der Preisentwicklung über die vergangenen fünf Jahre spürbar.

Die deutlichsten Zuwächse erfuhren Eigentumswohnungen mit plus 26 Prozent. Es folgten freistehende Einfamilienhäuser mit plus 21 Prozent, Wohnbaugrundstücke für Einfamilienhäuser mit plus 20 Prozent sowie Mietwohnungen mit plus 19 Prozent. Die Anstiege für Wohnbaugrundstücke für Mehrfamilienhäuser fielen mit plus 14 Prozent am geringsten aus (jeweils Bestandsobjekte mit einem guten Wohnwert). Im Frühjahr 2022 kosteten Eigentumswohnungen aus dem Bestand in Pforzheim im Schnitt 2730 Euro pro Quadratmeter, neuerrichtete Objekte lagen bei 3430 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber Frühjahr 2021 betrugen die Preissteigerungen plus fünf Prozent beziehungsweise plus 5,5 Prozent. Auch aufgrund der baurechtlichen und energetischen Vorgaben sowie steigender Baugrundpreise zeigten die Preise für neugebaute Eigentumswohnungen eine stärkere Tendenz nach oben als für gebrauchte Eigentumswohnungen.

Im Gegensatz dazu fielen die Preissteigerungen im Häusermarkt im Frühjahr 2022 etwas verhaltener aus. Im Jahresvergleich verteuerten sich freistehende Einfamilienhäuser um plus 3,9 Prozent und lagen preislich im Schnitt bei 481.000 Euro. Doppelhaushälften kosteten 447.000 Euro (plus 4,7 Prozent), Reihenmittelhäuser 374.000 Euro (plus 3,3 Prozent) (jeweils Bestandsobjekte mit einem guten Wohnwert).

"Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum ist in Pforzheim nach wie vor groß. Die Fluktuation ist eher gering",

erklärt Bernd Willam von Verde Immobilien:

"Insbesondere bei Neuvermietungen sind höhere Mietforderungen durchsetzbar. Wohnungsbaugesellschaften und private Investoren reagieren dementsprechend darauf."

Im Frühjahr 2022 wurden in Pforzheim durchschnittlich Mietpreise von 8,90 Euro pro Quadratmeter für Altbauwohnungen, neun Euro pro Quadratmeter für Bestandswohnungen und 10,10 Euro pro Quadratmeter für Neubauwohnungen (jeweils im guten Wohnwert) bezahlt.