Auch eine Wildkamera hat den dämmerungs- und nachtaktiven Bewohner bereits festgehalten.
Enzkreis/Sofie Bloß
Region
Nachweise in Niefern und Mühlacker: Der Biber ist zurück im Enzkreis
  • enz

Enzkreis. Die charakteristische Sanduhrtechnik an Baumstämmen verrät es: Der Biber ist zurück im Enzkreis. Eindeutige Spuren des Nagetiers wurden an der Enz bei Niefern und Mühlacker nachgewiesen, wie das Landratsamt des Enzkreises am Donnerstag mitteilt.

Damit kehrt eine vom Menschen fast ausgerottete Tierart als Ergebnis konsequenten Artenschutzes in die Region zurück, freut man sich im Landratsamt. Als sogenannte „Schlüsselart“ trage der Biber maßgeblich zur Steigerung der Artenvielfalt im und um die Gewässer bei. „Pflanzen, Insekten, Fische, Wasservögel und viele weitere Arten profitieren vom Biber, der auch als Ökosystemingenieur bezeichnet wird“, begrüßt die zuständige Dezernentin Dr. Hilde Neidhardt die Rückkehr dieser Art, die ein Gewinn für den Natur- und Artenschutz im Enzkreis sei.

Bissspuren an einem Baum zeugen von der Rückkehr des Bibers an die Enz zwischen Mühlacker und Niefern.
Enzkreis/Sofie Bloß

Gleichzeitig sei dem Landratsamt und den betroffenen Kommunen bewusst, dass die Aktivitäten dieses Nagetiers lokal auch zu Nutzungskonflikten führen können – zum Beispiel in der Land- und Forstwirtschaft oder im Bereich des Hochwasserschutzes und der Infrastruktur. Um sowohl den Schutz der streng geschützten Tierart als auch die Interessen von Grundstückseigentümern und Kommunen zu wahren, würden die Beteiligten daher von Beginn an auf eine konstruktive und enge Zusammenarbeit setzen.

Engmaschiges Monitoring

Durch ein engmaschiges Monitoring stelle das Landratsamt sicher, dass Konflikte frühzeitig erkannt und praxistauglich gelöst werden können. Gleichzeitig hätten vier Personen für eine ehrenamtliche Biberberatung gewonnen werden können. Im Falle eines Konflikts würden diese unbürokratisch beraten und bei der Suche nach unkomplizierten Lösungen vor Ort unterstützen. Sie können zudem kleinere, präventive Maßnahmen direkt umsetzen, heißt es in der Mitteilung weiter. Bisher seien im Enzkreis jedoch keine Konflikte aufgetreten, sagt Dr. Neidhardt. Man hoffe, dass dank der engen Abstimmung auch dauerhaft ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Biber hier möglich bleibt.

Fakt sei: Der Biber ist streng geschützt. Das Landratsamt bittet daher die Bürgerinnen und Bürger diesen Schutzstatus und das damit einhergehende Störungsverbot der Tiere und ihrer Bauten zu beachten.