
Pforzheim. Johannes Reuchlin, der Humanist aus Pforzheim, hängt gevierteilt und an Pfählen aufgespießt. Seine Brille scheint ihm vom Kopf gefallen zu sein und liegt auf dem Boden. Sein Namensvetter und Gegner Johannes Pfefferkorn ließ Reuchlin während eines Streits so darstellen. Pfefferkorn forderte die Vernichtung jüdischer Schriften, Reuchlin verteidigte ihren wissenschaftlichen und religiösen Wert und stellte sich gegen die Bücherverbrennung. Heute ziert diese Brille Reuchlins den Titel des neuesten Werkes über den wohl ersten deutschen Hebraisten, der zeitlebens den Erhalt jüdischer Schriften forderte – in einer Zeit, in der der Antisemitismus in den damaligen deutschen Gebieten grassierte.
Reuchlin aber nur darauf zu reduzieren, würde zu kurz greifen, sagt der Philologe Matthias Dall’Asta. Er muss es wissen, denn als Herausgeber
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