nach oben
Anders als man vermuten könnte, befinden sich in der kleinen grünen Dose keine Medikamente, sondern alle Informationen, die Ersthelfer benötigen könnten. © DRK
31.01.2019

Neues Angebot des DRK: Ein kleiner Lebensretter im Kühlschrank soll im Notfall Zeit sparen

Pforzheim. Alle wichtigen Informationen und gesundheitlichen Daten übersichtlich und griffbereit zu haben, ist zwar empfehlenswert, doch sicher nicht die Regel. Da es besonders bei Notfällen auf jede Minute ankommt, hat der Kreisverband des DRK ein neues Konzept, um bei zeitkritischen Einsätzen die Kommunikation zwischen Rettern und Patienten zu erleichtern: Die Notfalldose.

Es war ein arbeitsreiches Jahr für den Rettungsdienst in der Region. 40.178-mal sind die Einsatzfahrzeuge im vergangenen Jahr ausgerückt (im Vorjahr waren es 39.499). Davon 30.807-mal ein Rettungswagen und 8.897-mal ein Notarzteinsatzfahrzeug. Notärztliche Unterstützung durch einen Rettungshubschrauber gab es 474-mal.

Der Präsident des DRK-Kreisverbandes und zugleich Landesarzt des baden-württembergischen Roten Kreuzes Professor Dr. med. Wolfgang Kramer weist auf die enorme und sich stetig weiter entwickelnde Bedeutung der Notfallrettung hin. Nahezu jeder zehnte Bürger pro Jahr wird zum Notfall. „Deshalb sollte jeder Bürger im  eigenen Interesse alles ihm nur mögliche beitragen, um im Ernstfall optimale Bedingungen für seine  Rettung vorzuhalten“, sagt Kramer. Denn viele der Einsätze des Rettungsdienstes stehen unter Zeitdruck.

Oft erleben es die Einsatzkräfte, dass sich Patienten aufgrund akuter gesundheitlicher Probleme nicht mehr richtig artikulieren können. Hinzu kommen aufgeregte Angehörige oder Nachbarn, die zum aktuellen Zustand der Person ebenfalls kaum Angaben machen können und wichtige Details nicht nennen - wie Allergien oder Vorerkrankungen.

Immer mehr Menschen haben zu Hause einen Notfall- und Impfpass, Medikamentenplan, eine Patientenverfügung und ähnliche wichtige Dokumente. „Nur ist es für die Einsatzkräfte meist unmöglich herauszufinden, wo diese Notfalldaten in der Wohnung aufbewahrt werden“, sagt Herbert Mann, Rettungsdienstleiter beim DRK-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis.

Um Zeitverlust durch langwieriges Suchen zu verhindern, hat sich das hiesige DRK dazu entschlossen, so genannte „Notfalldosen“ anzuschaffen. In dem kleinen grünen oder auch roten Plastikgefäß befindet sich ein Blatt, in das alle gesundheitlich relevanten Daten eingetragen werden können. Sobald dies geschehen ist, wird die Dose in der Kühlschranktür platziert – ein zentraler Punkt, den es in wirklich jedem Haushalt gibt Zusätzliche Aufkleber, die an der Haus- und Kühlschranktür angebracht werden, zeigen den Rettern schnell, wo sie wichtige Informationen zum Patienten finden können. „Dieses Prozedere wird im Ausland bereits seit mehreren Jahren erfolgreich angewendet“, merkt Stefan Adam, DRK-Kreisgeschäftsführer, an.

Die Notfalldosen erhalten interessierte Bürger werktags gegen eine Spende in der DRK-Kreisgeschäftsstelle, Kronprinzenstraße 22, in Pforzheim. Zudem wird diese im Rahmen des „112-Aktionstages“ am Montag, 11. Februar, von 11 bis 16 Uhr auf dem Leopoldplatz angeboten.