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Ein großes Glas Oliven wechselt den Besitzer: der Betreiber Amin Hady (rechts) mit dem Kunden Jalal Al-Khadi im kleinen, aber vielfältig bestückten Laden. Foto: Erb
Ein großes Glas Oliven wechselt den Besitzer: der Betreiber Amin Hady (rechts) mit dem Kunden Jalal Al-Khadi im kleinen, aber vielfältig bestückten Laden. Foto: Erb
Bislang nur auf Arabisch wird am „Aleppo Market“ fürs Sortiment geworben.  Foto: Erb
Bislang nur auf Arabisch wird am „Aleppo Market“ fürs Sortiment geworben. Foto: Erb
27.12.2016

Neues Lädchen an Bahnhofstraße weckt bei Kunden mit arabischen Wurzeln Heimatgefühle

Pforzheim. Wie gut, dass ein Arabisch sprechender PZ-Kollege als Übersetzer und Mittler dienen kann. Denn noch wird am Schaufenster des neuen kleinen Lebensmittelmarkts an der Bahnhofstraße einzig in arabischen Schriftzeichen für das Angebot geworben. Amin Hady heißt der Mann, der mit 60 Jahren einen beruflichen Neuanfang als Ladenbetreiber wagt. In seinem „Aleppo Market“ tun sich orientalische Welten auf.

„Salem Aleikum“ ruft man sich zu, die Begrüßung ist herzlich. Erst seit wenigen Tagen sind dort, wo früher ein Handyladen war, Spezialitäten aus dem Nahen Osten zu haben. Doch das hat sich ganz offensichtlich bei Zuwanderern aus dem Orient bereits herumgesprochen. „Für mich ist das ein Stück Heimat“, sagt Jalal Al-Khadi, der vor 30 Jahren aus Jordanien nach Pforzheim kam und gezielt zu Dickbohnen und Oliven greift. Er sei mit einer deutschen Frau verheiratet, habe hier seine Kinder großgezogen, die Sprache gelernt, gute Arbeit gefunden und die deutsche Kultur angenommen. Doch kulinarisch schätze er ein solches Angebot.

Erstaunlich groß ist die Vielfalt in dem schlauchförmigen Lädchen. Sie reicht von Reis, Couscous und Linsen über Tee, Gewürze und türkischen Kaffee bis hin zu eingemachtem wie frischem Gemüse sowie Pute, Hühnchen und Lamm aus der Kühltheke. Eben auf Kunden wie Al-Khadi setzt der Iraker Amin Hady, der seit 17 Jahren in Deutschland, seit neun Jahren in Pforzheim lebt. Er hofft, dass insbesondere Kunden mit arabischen Wurzeln in der gut frequentierten City auf seinen „Aleppo Market“ aufmerksam werden. Den Namen habe er gewählt, weil die syrische Stadt für ihr großes Marktviertel bekannt war, ehe Nachrichten von Krieg und Zerstörung alles überlagerten.

Die Betroffenheit ob der aktuellen Lage ist groß bei Hady und seinen Kunden. Die Schaufensterbeschriftung will er nicht als Abgrenzung verstanden wissen. „Es kann jeder kommen“, betont Hady, der künftig auch auf Deutsch für seine Waren werben will.

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