Von links stehen Clusterleiter Medizintechnik Andrej Sulzbacher, Klinikgeschäftsführer Emre Nazli, Dr. Jonas Apitzsch, Chefarzt der Radiologie, sowie die Customer Project Manager Gerold Bahls und Alfredo Jarufe stolz vor dem beleuchteten MRT.
Helios Klinikum Pforzheim/Christina Ihle
Pforzheim
Neues MRT im Helios Pforzheim: Schnellere Untersuchungen dank KI-Technologie

Pforzheim. Nach vierwöchiger Umbauphase ist in der Radiologie des Helios Klinikum Pforzheim ein neuer Magnetresonanztomograph (MRT) in Betrieb gegangen. Das Klinikum bezeichnet das Gerät als Ausstattung mit „der fortschrittlichsten Technik“, die die Untersuchungsmöglichkeiten erweitere.

Die Magnetresonanztomografie ermöglicht eine detaillierte, strahlungsfreie Darstellung von Knochen, Gelenken, Weichteilgewebe und Organen. Laut Klinikum ist die Patientenvorbereitung in weniger als einer Minute abgeschlossen. Routine-Scans dauerten künftig rund fünf Minuten, Ganzkörperscans weniger als 20 Minuten – nach Angaben des Klinikums halb so lange wie bei herkömmlichen Geräten. Eine größere Röhrenöffnung soll vor allem Patienten mit Platzangst sowie adipösen Patienten zugutekommen.

Auch komplexe anatomische Strukturen wie Bänderrisse, kleinste Knochen- und Sehnenstrukturen sowie Fisteln sollen sich laut Klinikum zuverlässig darstellen lassen – selbst bei Bewegungen des Patienten. Größere Gefäße wie die Aorta könnten häufig ohne Kontrastmittel abgebildet werden. Das Gerät soll zudem bei der Tumordiagnostik – unter anderem in Leber, Brust, Hirn und Pankreas – sowie bei der Früherkennung stiller Herzinfarkte und der Einschätzung des Schlaganfallrisikos zum Einsatz kommen.

Neu ist außerdem eine KI-gestützte Bildanalyse. Klinikgeschäftsführer Emre Nazli betont, die Technik unterstütze die Ärzte bei der Diagnosestellung, automatisiere Untersuchungsabläufe und Bildverarbeitung und ermögliche eine bessere Anpassung an individuelle Patientenbedürfnisse. Damit werde der hohe Versorgungsstandard in Pforzheim und darüber hinaus weiter gestärkt.

Laut Klinikum wird der Magnet nur einmalig mit einer kleinen Menge Helium befüllt und anschließend versiegelt. Das Gerät benötige lediglich eine Füllung über die gesamte Lebensdauer hinweg und könne aus der Ferne gewartet und aktualisiert werden.

Dr. Jonas Apitzsch, Chefarzt der Radiologie, sieht darin einen Fortschritt. Dank KI-Unterstützung könnten viele komplexe Aufgaben automatisiert werden, so dass sich die Ärzte stärker auf die Diagnosestellung und eine zielgerichtete Therapie konzentrieren könnten.

Während der Umbauphase stand ein mobiles MRT-Gerät bereit, um die durchgehende bildgebende Versorgung sicherzustellen. Das Klinikum dankte dafür ausdrücklich dem Team um Chefarzt Apitzsch.