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Stefan Weiß vom Büchenbronner Malerbetrieb Schnürle verleiht dem Treppenaufgang den letzten Schliff. Die Sanierung des Großen Ratssaals befindet sich im Endspurt. Fotos: Ketterl
Stefan Weiß vom Büchenbronner Malerbetrieb Schnürle verleiht dem Treppenaufgang den letzten Schliff. Die Sanierung des Großen Ratssaals befindet sich im Endspurt. Fotos: Ketterl
Gähnend leer sah es hier noch Anfang Juli aus, als Elektriker Bernd Wunderlich den Kabelsalat im Karton entwirrte.
Gähnend leer sah es hier noch Anfang Juli aus, als Elektriker Bernd Wunderlich den Kabelsalat im Karton entwirrte.
24.09.2015

Neues Rathaus nach jahrelanger Sanierung brandneu

Pforzheim. Wer den Großen Ratssaal betritt, schaut und staunt: Hier scheint alles beim Alten. Dabei haben etliche Handwerker die ganze Sommerpause über geschwitzt und geschuftet. Okay: Die Beleuchtung strahlt heller, und der Teppich ist dunkel wie zuvor, aber neu. Doch warum nur war der Saal seit Ende Juni eine Sperrzone?

Der Clou steckt im Detail oder besser: in und hinter den Wänden.

Komplex und im Wortsinn lebenswichtig sind die Maßnahmen, von denen Marc-Tell Feltl vom städtischen Gebäudemanagement mit Bauleiter Frank Heel und Projektleiterin Martina Rauh vom Stuttgarter Architektenbüro ASP berichtet. Das gesamte Ratssaalgebäude ist – wie alle Bereiche des Neuen Rathauses – brandschutztechnisch wieder auf dem neuesten Stand. Seit mehr als drei Jahren begleitet Martina Rauh die Maßnahmen im Verwaltungssitz. Endlich ist der Abschluss in Sicht.

Stück für Stück haben sich die Profis vorangearbeitet, nachdem ein Check der Feuerwehr schwerwiegende Mängel ergeben hatte. Die Brandmeldeanlage im Ratssaal ist neu. Es gibt zwei klare Fluchtwege, Sicherheitsbeleuchtung an der Decke und entlang der Treppenstufen, einen roten Schalter für den Hausalarm, beleuchtete Notausgang-Schilder und einen solchen Ausgang für den Fall der Fälle in der Cafeteria.

Wie Marc-Tell Feltl erläutert, mussten die Decke und große Teile der Wandverkleidung abgebaut werden. Eine komplett neue Verkabelung war fällig. Nicht nur die Leuchtmittel, auch die Abdeckungen der Lampen wurden durch eigens angefertigte Abdeckungen ersetzt – das alte Plexiglas war stumpf, die Aufhängung marode. Die Schallschutz-Elemente an der Decke wurden gestrichen. Am Erscheinungsbild des Saals haben die Verantwortlichen nicht gerüttelt – weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, vor allem aber mit Blick auf die knappen städtischen Finanzen.

Am kommenden Montag wird es eine Generalprobe für die Medientechnik und die Leinwand geben, damit am Dienstag ab 15.30 Uhr möglichst reibungslos die erste Sitzung des Gemeinderats über die Bühne gehen kann.

Gut 13 Millionen Euro waren fürs ganze Rathaus angesetzt, unter 14 Millionen Euro wird die Maßnahme kosten – obwohl noch Schadstoffe wie Asbest und künstliche Mineralfasern entfernt werden mussten. Seit 2008 wurde geplant, vier Jahre später liefen die 14 Bauabschnitte an. Nun sollen bis 5. Oktober noch der Kleine Ratssaal, bis Ende November auch das Untergeschoss fertiggestellt werden, und nach den allerletzten Restarbeiten ist dann bald Schluss mit dem ewigen Buddeln.

Beim Tag der offenen Tür der Stadtverwaltung am Freitag, 16. Oktober, können sich Besucher von 14 bis 19 Uhr davon überzeugen, dass sich im Neuen Rathaus eigentlich nichts und doch fast alles verändert hat.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news

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