Pforzheim. Rund 600 Gottesdienstbesucher der neuen Pfarrei Herz Jesu feierten vor der Regenwaldkulisse im Gasometer einen Neujahrsgottesdienst mit dem neuen leitenden Pfarrer Steffen Schölch. Der Gottesdienst wurde von den Francis Singers unter der Leitung von Diethard Stephan Haupt musikalisch gestaltet.
Schölch machte mit seiner Predigt „Was macht der Pinguin im Regenwald?“ nicht nur neugierig, er berührte mit seinen Worten Hunderte Gläubige. „Der Pinguin hat im Regenwald nichts verloren. Nicht, weil er dumm ist – nicht, weil er unfähig ist, nicht, weil er sich nicht genug anstrengt, sondern, weil er dort nicht leben kann“, so der leitende Pfarrer, der symbolisch einen Plüschpinguin auf dem Altar platziert hatte. Auch der Mensch habe gelernt zu denken, wenn es nicht passe, dass es an ihm liege, dass er sich ändern, anpassen, funktionieren müsse. Aber vielleicht liege das Problem nicht zuerst im Menschen, sondern am Ort, an dem er versuche zu leben, zu glauben, zu arbeiten.
„Dafür ist der Pinguin ein überraschend ehrlicher Spiegel. An Land wirkt er unbeholfen, langsam, fast lächerlich – zu kleine Flügel, keine Knie, ein Körper, der scheinbar nicht passt. Eine Fehlkonstruktion könnte man meinen. Aber dann kommt er ins Wasser. Und es ist alles anders. Plötzlich ist da Eleganz, Kraft, Geschwindigkeit“,
so Schölch.
Nicht, weil der Pinguin sich verändert habe, sondern, weil das Umfeld stimme.


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Schölch dankte nicht nur Familie Scheidtweiler, die mit ihrem Team im Anschluss an den Gottesdienst den Neujahrsempfang im Gasometer für die neue Pfarrei ausrichtete, sondern auch Pfarrer Georg Lichtenberger, der 20 Jahre in Pforzheim und der Region als leitender Pfarrer tätig war. Lichtenberger, der sich nun in die zweite Reihe zurückzieht, aber weiter als Seelsorger in Pforzheim tätig sein wird, dankten Hunderte mit stehenden Ovationen.

