Ist das Kunst? Oder ein Frühstück?
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Pforzheim
Nur eine Banane oder doch Kunst? Neugierige rätseln über gelbe Frucht in Pforzheimer Schaufenster

Wer seit über 20 Jahren an sechs Tagen in der Woche die Tür öffnet, um modebewusste Kunden einzulassen, der hat eigentlich schon alles erlebt. Spiegel, die angeblich zu breit machen. Wichtel, die über Nacht Kleider enger nähen als auf dem Etikett angegeben, und mehr. Dass aber ein Kühlschrank, in dem erfrischende Getränke etwa für ein mit Sektchen begleitetes Shopping-Vergnügen lagern, eine noch größere Faszination ausüben könnte als ein Paillettenkleidchen, das ist dann doch eher noch nicht dagewesen.

Diese Beobachtung machte eine Pforzheimer Einzelhändlerin, die sich darüber wunderte, dass ein durchgestylter Vater mit seiner Tochter vor besagtem Kühlgerät mit Glasfront stand und voller Faszination das Innere desselben betrachtete. Mit Hingabe sozusagen, sich leise mit dem Nachwuchs darüber austauschend. Um dann kurz darauf die Händlerin zu fragen: „Sagen Sie mal, ist das Kunst?“

Die Sektfläschchen? Die alkoholfreien Biere?

Der Finger des Mannes zeigte auf eine Banane, deren aufgeklappte Schale darauf hinwies, dass noch die Hälfte der süßen Frucht auf den Verzehr wartete. Verdutzt antwortete sie, dass es sich um den Rest ihres Frühstücks handelte.

Die passendere Antwort wäre wohl eher gewesen: „Ja, klar, original von Andy Warhol aus den 1970er-Jahren. War seine Vorlage für die Kunstwerke. Letztes Stück. Weil Sie es sind: für 20.000 Euro zu haben.“

Vielleicht noch treffender wäre es gewesen, auf das Kunstwerk des Italieners Maurizio Cattelan zu sprechen zu kommen. Dieser hatte 2025 eine echte Banane mit einem silbernen Klebeband an die Wand gepappt und wollte mit dieser Provokation den Kunstmarkt und den symbolischen Wert von Objekten hinterfragen.

Diese Banane wäre für den neugierigen Kunden dann aber richtig teuer geworden. Für dieses Stück vergänglicher Frucht hatte ein Bieter im November 6,2 Millionen Dollar bezahlt.

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