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Wie viel Kultur kann Pforzheim bieten, wenn es darum geht, einer Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas zu ordentlich Gewicht zu verhelfen? Ein internationales Straßentheaterfestival mit Figuren wie in der Pforzheimer Fußgängerzone wäre schon mal ein Pluspunkt. Archivbild: Meyer
Wie viel Kultur kann Pforzheim bieten, wenn es darum geht, einer Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas zu ordentlich Gewicht zu verhelfen? Ein internationales Straßentheaterfestival mit Figuren wie in der Pforzheimer Fußgängerzone wäre schon mal ein Pluspunkt. Archivbild: Meyer
26.10.2017

OB Boch zur Kulturhauptstadt-Frage: Idee okay, aber kein Geld übrig

Pforzheim. Im öffentlichen und politischen Raum wird intensiv über die mögliche Bewerbung Pforzheims als „Europäische Kulturhauptstadt“ diskutiert – und dies teilweise sehr kontrovers. Im Rathaus hat sich nun Oberbürgermeister Peter Boch detailliert über die Modalitäten informiert, die bei einer solchen Bewerbung notwendig wären. Seine Bilanz: Die Idee an sich ist nicht so verkehrt, es fehle allerdings am Geld, um die Bewerbung zu stemmen.

„Ich finde es absolut richtig, dass wir uns als Stadt Gedanken über die Weiterentwicklung der Kultur in Pforzheim machen und diese dann auch in einen Kulturentwicklungsplan gegossen werden“, sagt OB Boch. „Gerade angesichts des harten Haushaltskonsolidierungskurses, den wir auch in Zukunft fortsetzen müssen, ist es umso wichtiger, Perspektiven für die Kultur aufzuzeigen und diese herauszuarbeiten.“ Dazu sei ein Kulturentwicklungsplan genau das richtige Instrument. „Allerdings sehe ich derzeit keine finanziellen Handlungsspielräume dafür, dass dieser Prozess in eine Bewerbung als Kulturhauptstadt mündet“, so der Rathauschef.

„Gemeinsam mit dem Gemeinderat werden wir Prioritäten festlegen müssen, in welchen Bereichen wir unsere begrenzt zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen einsetzen.“ Allein für die Bewerbung als Kulturhautstadt müssten ein bis zwei Millionen Euro in die Hand genommen werden. „Ich halte es nicht für realistisch, dass wir das stemmen können. Was überhaupt nicht heißen soll, dass ich nicht dafür bin, das kulturelle Profil unserer Stadt zu schärfen – zum Beispiel auch mithilfe eines strukturierten Fundraisings“, so Peter Boch. „Das ist sicher ein sehr interessanter Ansatz.“

Auch einer nochmaligen Diskussion des Themas im Gemeinderat – so sie denn gewünscht werde - stehe er offen gegenüber. So hat die Grüne Liste den Antrag gestellt, die Chancen und Risiken einer Bewerbung in einer SWOT-Analyse (Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Positionierungsanalyse) aufzubereiten. „Wenn es für diesen Antrag eine Mehrheit gibt, kommt die Verwaltung dem natürlich mit aller Sorgfalt nach“, so der Oberbürgermeister abschließend.

In einem City-Ranking mit 71 deutschen Großstädten (ab 100.000 Einwohner) reicht es für die Goldstadt mit 14,7 Theatern, Kinos und Museen im Bereich „Kultur“ deutschlandweit zu einem erstaunlichen Rang 19. Das Kulturangebot scheint also so schlecht nicht zu sein. Wie Pforzheim in anderen Bereichen gewertet wurde und wie es in den anderen deutschen Großstädten aussieht, können Sie in der interaktiben Grafik herausfinden.

Weiter zu mehr Daten des Städterankings hier.