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Ein Querdenker – auch was die Kirchen angeht: Heiner Geißler war zu Gast im PZ-Autorenforum. Foto: Seibel
Ein Querdenker – auch was die Kirchen angeht: Heiner Geißler war zu Gast im PZ-Autorenforum. Foto: Seibel
Das Publikum verfolgt interessiert, was Geißler über Luther zu sagen hat.  Foto: Seibel
Das Publikum verfolgt interessiert, was Geißler über Luther zu sagen hat. Foto: Seibel
16.06.2015

PZ-Autorenforum: Luther, wie Heiner Geißler ihn versteht

Wer rastet, der rostet. Beides wäre nichts für Heiner Geißler. Der frühere CDU-Generalsekretär und ehemalige Gesundheitsminister im Kabinett Kohl trainiert seit jeher Körper – unter anderem mit Bergsteigen – und Geist. Zum Beispiel indem sich der 85-Jährige immer wieder mit neuen Themen beschäftigt. Zuletzt war’s Martin Luther. Den Reformator, dessen Thesenanschlag 2017 genau 500 Jahre zurückliegt, wollte der Katholik und Jesuitenschüler Geißler gerne besser kennenlernen, weil ihn sein Einfluss auf die heutige Welt bis in die Politik hinein schon immer interessierte. Deshalb hat er einfach ein Buch über ihn geschrieben. „Learning by Doing“, nennt Geißler das.

„Was müsste Luther heute sagen?“, heißt das Buch, das dabei herausgekommen ist und das Geißler am Montagabend im ausverkauften PZ-Forum vorstellte. Geißlers Ziel: Auch den Nicht-Theologen, den Katholiken und den Muslimen begreiflich zu machen, wie Luther zu verstehen ist, auch in Bezug auf die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen heute. Dabei scheut sich der Katholik nicht, den Begründer des Protestantismus zu bewerten und zu kritisieren. Geißler hat das Talent, mit wenigen Federstrichen so eine historische Figur wie Luther plastisch werden zu lassen. Zur Unterhaltung von Zuhörern und Lesern seines Buchs trägt außerdem bei, dass der Kirchenkritiker immer wieder seine eigene Vita mit einfließen lässt.

Was Luther heute fordern müsste, ist laut Geißler eine Art Wiedervereinigung der großen Kirchen. Die Christenheit als größter Global Player hätte die Macht dazu, dem ausufernden Kapitalismus, der Ausbeutung von Mensch und Natur Einhalt zu gebieten, meint das Attac-Mitglied Geißler und fragt: „Wollen wir die Welt den Bankern in der Wall Street und in London überlassen?“

Die theologischen Hemmnisse der neuen Einheit sind nach Geißlers Ansicht durchaus zu überwinden. Am meisten bewegen müsste sich freilich die Katholische Kirche – vor allem in Sachen Zölibat, im Umgang mit den Sakramenten und was die Rolle der Frauen angeht. Was Letzteres betrifft, gingen Vatikan und Taliban ja Hand in Hand, haut Geißler auf die Pauke.

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