Der Wirtschaftsplan 2021 für den Eigenbetrieb Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe (EPVB) weist 3,4 Millionen Euro Defizit auf. Der Gemeinderat hat den von Werkleiter Bernd Mellenthin vorgelegten Wirtschaftsplan in seiner Sitzung mit sieben Enthaltungen beschlossen. Stadtrat Reinhard Klein (Bürgerliste) und Stadtrat Bernd Grimmer (AfD) kritisierten die absehbare Verschlechterung des Fritz-Erler-Bads, für das mittelfristig keine Sanierung vorgesehen sei.
Kurzfristig brauche man das Bad, sagte der Erste Bürgermeister Dirk Büscher. Man wolle es für das Sportschwimmen in Betrieb halten. Insgesamt seien pro Jahr 250.000 Euro für Reparaturen an allen Bädern vorgesehen. Im Bäderbereich, bei der Sanierung der Fassade des Emma-Kreativzentrums und des Dachs der Busabstellhalle sowie für die Planung einer Stadtbahn werden 2021 insgesamt 2,1 Millionen Euro an Ausgaben fällig. Inwieweit der ÖPNV auf Corona-Hilfen hoffen kann, ist unklar. Die Kosten für den Abriss des Emma-Jaeger-Bads in Höhe von 1,2 Millionen Euro werden zu 60 Prozent über das Sanierungsprogramm Oststadt ausgeglichen und der verbleibende städtische Anteil von 40 Prozent soll dem EPVB, über die Defizitabdeckung hinaus, ausgeglichen werden. Der Abriss und Rückbau des Huchenfelder Bads wird mit 400.000 Euro zu Buche schlagen. Für den Betriebsbereich Bäder rechnet der EPVB auch für das Wirtschaftsjahr 2021 mit einem eingeschränkten Betrieb der Hallen- und Freibäder und damit mit erheblichen Mindereinnahmen von 600.000 Euro. Zudem sind auf Basis der Erfahrungen des Jahres 2020 Mehraufwendungen (etwa durch Sicherheitspersonal, Hygienekonzept, Onlinebezahlsysteme und anderes) von rund 100.000 Euro berücksichtigt. Die Vermögensplanung bis ins Jahr 2024 ist vor allem durch die vom Gemeinderat beschlossenen investiven Maßnahmen zum Neubau des Huchenfelder Hallenbads (14 Millionen Euro inklusive behindertengerechtes Kinderbecken) und des Emma-Jaeger-Bads (23,6 Millionen Euro) geprägt. Das Huchenfelder Hallenbad wird mit vier Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ des Bundes unterstützt.

