Rücken noch näher zusammen: Ute Hötzer, Sibylle Burrer, Winfried Reinhardt, Hans-Joachim Bruch und Harald Kröner (von links). Foto: Seibel

Seibel
Pforzheim
Papierfabrik: Genossenschaft löst sich nicht auf

Die Genossenschaft Gewerbekultur löst sich nach der Zwangsversteigerung der ehemaligen Papierfabrik Weissenstein und den geplatzten Träumen des Wohn-, Kultur- und Gewerbeprojekts auf dem rund 4,3 Hektar großen Areal nicht auf. „Der Beschluss war einstimmig“, sagt Vorstandsmitglied Ute Hötzer.

„Wir haben sieben Jahre ehrenamtliche Arbeit in das Projekt gesteckt, was finanziellen Mitteln von rund einer halben Million Euro entspricht“, sagt Hötzer. Aufsichtsrat Hans-Joachim Bruch ergänzt: „Unsere Depressions-Phase nach der Zwangsversteigerung ist vorbei, nun beginnt die ,Jetzt-Erst-Recht-Trotzphase.‘“ Die Genossenschafter Sibylle Burrer, Rolf Neff, Winfried Reinhardt, Patrick Thiel und der hauptamtliche Mitarbeiter Harald Kröner nicken zustimmend im Nebenzimmer des „Goldenen Anker“, wo gestern Zukunftspläne geschmiedet wurden. Es schmerze allerdings, dass mit dem Rückzug der Stadt der Schulterschluss zwischen einer Zivilgesellschaft, einer Wohnungsbaugenossenschaft und öffentlicher Verwaltung obsolet geworden sei. Das Projekt, gemeinsam eine Industriebrache in eine ökologische Modellsiedlung umzuwandeln, habe bundesweit Aufmerksanmkeit geweckt. „Wir könnten uns aber vorstellen, auch auf einem kleineren Gelände – vielleicht auf zwei Hektar – das Projekt eine Nummer kleiner zu verwirklichen“, sagt Hötzer. Dies müsse nicht in Pforzheim sein. Auch der Enzkreis könne von einem bundesweiten Modellprojekt profitieren – vielleicht sogar als Chance für eine denkmalgeschütze Bausubstanz. „Es wäre wirklich mehr als schade, wenn unser unglaublicher Ideen-Pool mit einem Federstrich weggewischt würde“, so Bruch.