Pforzheim. Sehr angespannte und anstrengende Wochen und Monate liegen hinter den Mitarbeitenden von Pflegeheimen. In vielen Häusern sind Bewohner zum Teil schwer an Covid-19 erkrankt und auch verstorben. Mittlerweile konnte die Mehrheit der Bewohner geimpft werden, was zu einer leichten Entspannung der Situation führe, heißt es in einer Mitteilung des Pforzheimer Vereins für Pflege und Betreuung Paul Gerhardt.
Dessen Mitarbeitern sei es ein Anliegen gewesen, sich Zeit zu nehmen, um der Bewohner zu gedenken, die seit Beginn der Pandemie verstorben sind. So fanden sich am Mittwoch dieser Woche zahlreiche Mitarbeitende im Innenhof des Seniorenzentrums ein, um – zwar mit Abstand, aber dennoch gemeinsam – innezuhalten, sich an die zum Teil langjährigen Bewohner zu erinnern und sich von ihnen zu verabschieden.
Hilfe bei Trauerbewältigung
„Es geht uns darum, unsere eigene Trauer über den Tod der Bewohner zu bewältigen. In den letzten Monaten war dafür weder die Zeit noch die Energie vorhanden. Das war für uns Mitarbeitende schwer auszuhalten“, so die Leitung der Sozialen Dienste, Barbara Nottebaum.
„Es geht uns aber auch darum, unsere Solidarität und unser Mitgefühl für die Bewohner von Pflegeheimen sowie für alle Opfer der Pandemie, ihren Familien und Freunden zum Ausdruck zu bringen. Es wäre schön, wenn dieses Ritual uns auch dabei hilft, all das Schwere, das wir erlebt haben, ein wenig loszulassen.“
Für jeden Verstorbenen wurde eine kleine Gedenktafel im Garten des Seniorenzentrums angebracht. So ist ein Erinnerungsort für die Mitarbeitenden, aber auch für die Bewohner und für Angehörige, entstanden.
Tagespflege bietet Chancen
Der Verein für Pflege und Betreuung Paul Gerhardt hat seit seiner Gründung vor mehr als 90 Jahren im Raum Pforzheim eine lange Tradition in der Betreuung, Versorgung und Begleitung von pflege- und hilfsbedürftigen Menschen unterschiedlichen Alters. Annähernd 250 Senioren und Menschen mit Handicap wohnen im Seniorenzentrum und im Betreuten Wohnen oder nutzen die weiteren Angebote des Vereins. Das „jüngste Kind“ des Vereins sei die Tagespflege Paul Gerhardt, die im September im Neubau, Maximilianstraße 142, eröffnet wurde und ihren Gästen montags bis freitags ein Programm in sicherer Atmosphäre biete.



