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Raphael Domin vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) stellt in der Pforzheimer Stadtbibliothek das Konzept der Radschnellwege vor. Foto: Tilo Keller
Raphael Domin vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) stellt in der Pforzheimer Stadtbibliothek das Konzept der Radschnellwege vor. Foto: Tilo Keller
14.07.2017

Pedelec führt zum Umdenken bei Radwege-Konzept

Pforzheim. Radschnellwege sind in Baden-Württemberg noch keine zu finden. Die Potenziale solcher „Fahrradhighways“ hat Raphael Domin vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in der Pforzheimer Stadtbibliothek im Rahmen der Klimaschutzwoche vorgestellt. Matthias Hilligardt vom Amt für Umweltschutz, Natur und Umweltplanung, stellte dem Vortrag voraus, dass sich die Stadt am Vortag bereiterklärt habe, an der Machbarkeitsstudie zu einem Radweg zwischen Pforzheim und Vaihingen mitzuwirken.

Thomas Messerschmidt, der stellvertretender Kreisvorsitzende des VCD, ergänzte, dass der ursprüngliche Vorschlag eigentlich eine Verbindung zwischen Pforzheim, Vaihingen und Stuttgart war. „Das war wohl zu groß“, merkte er an. Mit einem kleinen Film über den Radverkehr in Pforzheim stieg Domin in seinen Vortrag ein. Am Beispiel einer Familie wurde aufgezeigt, wie man in der Stadt auch ohne Auto mobil ist. Die Radschnellwege sah er allerdings in einem größeren Kontext, vergleichbar mit einer Autobahn. „Der Radschnellweg dient dazu, Orte mit großer Verkehrsbedeutung zu verbinden“, erklärte er. „Und das direkt und umwegfrei. So lassen sich auch größere Distanzen mit höheren Geschwindigkeiten bewältigen.“

Als Zielgruppe nannte er den Alltagsradverkehr. Dazu zählte er auch Nutzer der neuen Fahrradtrends wie Pedelec und Elektrofahrrad. Domin legte dar, dass aktuell etwa acht Prozent der Wege mit dem Rad zurückgelegt würden. Für einen Radschnellweg ist eine Breite von vier oder mehr Metern angedacht, so dass der Begegnungsverkehr von drei Rädern nebeneinander gefahrlos Platz hat. Auch die Kurvenradien sollen so gestaltet werden, dass sie schnell befahren werden können. Die Wege sollen außerdem möglichst wenig Kreuzungen aufweisen. Wo es sich nicht vermeiden lasse, sollten Brücken oder Unterführungen gebaut oder Ampelregelungen installiert werden. „Die Niederlande sind im Bereich Radschnellwegeverbindung schon sehr weit“, sagte Domin. Domin erklärte, dass das Thema Radschnellwege langfristig auch einen guten Effekt auf andere Radwege haben kann. Hilligardt machte darauf aufmerksam, dass die Stadt in den letzten Jahren wenig in Radwege investiert habe, weil man der Ansicht war, dass die Topografie nicht geeignet sei – bis das Pedelec kam.