Peter Orloff und der Schwarzmeer-Kosaken-Chor begeisterten das Publikum in der Thomaskirche. Foto: Frommer
Pforzheim
Peter Orloff und der Schwarzmeer-Kosaken-Chor präsentieren in der Thomaskirche
  • Robin Daniel Frommer

Pforzheim. Peter Orloff und der Schwarzmeer-Kosaken-Chor haben in der Thomaskirche gastiert. Gut 160 Konzertbesucher kamen zum sehenswerten Auftritt des seit 80 Jahren bestehenden Ensembles, das sowohl Peter Orloff als auch Ivan Rebroff (1931-2008) als Gesangsstars hervorgebracht hat.

Natürlich durfte in der finalen und mit viel Beifall beachten Zugabe auch das populäre russische Volkslied „Kalinka“ von Komponist Iwan Petrowitsch Larionow nicht fehlen. Dessen ungeachtet waren schon die beiden vorangegangenen Sets mit hörenswerten „Perlen“ gespickt. Bereits mit dem ersten Titel, einem Auszug aus der Oper „Fürst Igor“ stellte Igor Ishchak die Qualitäten seiner, zumindest im ersten Moment überraschenden Sopranstimme eindrucksvoll unter Beweis. Wie alle Choristen, Musiker und Solisten, sang er durchgängig „unverstärkt“. Für einen Höhepunkt sorgten in der ersten Konzerthälfte der aus der Ukraine stammende Tenor Vladimir Kuzmenko mit „Nessuna dorma“ aus der Puccini-Oper „Turandot“.

Peter Orloff (73) kommentierte die vom Publikum begeistert gefeierte Arie des musikalischen Schwergewichts Kuzmenko mit den Worten: „Ukrainer und Russen, das geht doch.“

Dem zwölfköpfigen Ensemble – drei Tenöre, drei Baritone, ein Soprano und zwei Bässe sowie die Musiker Irina Kripakova (Domra, eine Art russische Mandoline), Slava Kripakov (Bass-Balalaika) und Ilya Kurtev (Bajan, das osteuropäische Knopfakkordeon) – und seinem musikalischer Leiter Peter Orloff (Bariton), gelang es, die eigenartige und oft geradezu mystische Faszination, die der russisch-orthodoxen Kirchenmusik eigen ist, in Perfektion und stimmgewaltig darzubieten.

Aufgelockert wurde der Vortrag durch instrumentale Passagen zu Motiven aus dem Tschaikowsky-Ballett „Schwanensee“ oder zum russischen Volkslied „Barinja“. Im zweiten Abschnitt liefen alle Solisten nochmals in ganz großer Form auf: Igor Ishchak begeisterte mit Franz Schuberts „Leise fliehen meine Lieder“, die beiden Tenöre Oleg Kulyeshov und Fjodor Kunitsky überzeugten mit dem russischen Volkslied „Abendglocken“ und Peter Orloff und Stefan Arininska (Bass) gaben die „Ballade vom Kosaken-Hauptmann Stenka Rasin“ zum Besten.