Tanzbegeisterte aus dem ganzen Südwesten kamen ins Bürgerhaus. Frommer
Pforzheim
Petticoat und Westernhemd - „Square Dance Special“ im Bürgerhaus Buckenberg-Haidach
  • Robin Daniel Frommer

Tanzvergnügen im Western-Style: Das Bürgerhaus Buckenberg-Haidach stand am Samstagabend ganz im Zeichen des nordamerikanischen Square Dance.

Der Pforzheimer Tanzclub „Hang Loose Promenaders“ hatte zu einem „Square Dance Special“ geladen – und bereits die Nummernschilder der vor dem Bürgerhaus geparkten Fahrzeuge machten deutlich: Gut 600 Square-Dance-Clubs mag es in Deutschland geben, zumindest Delegationen und Mitglieder der Vereine aus allen Teilen des Südwestens sind der aktuellen Einladung der „Hang Loose Promenaders“ zum Gemeinschaftstanz auf den Buckenberg in großer Zahl gefolgt.

Standardisierte Figuren

Square Dance wird in Gruppen zu je vier Paaren getanzt, die sich an den Linien eines imaginären Quadrates (Deutsch für: „Square“) bewegen. Im Gegensatz zu anderen Tänzen führt beim Square Dance niemand, statt dessen wird die Figurenfolge von mindestens einem „Caller“ (Tanzleiter) in englischer Sprache ausgerufen oder gesungen und damit vorgegeben.

Das sei ein enormer Vorteil, versichert Routinier Hans-Gerd Gasser aus Heilbronn im Gespräch: „Square Dance ist ein Volkstanz, den man auf der ganzen Welt – auch ohne gemeinsame Sprache – tanzen kann.“ Denn die Namen der einzelnen Figuren seien standardisiert, sie erforderten daher keine umfassenden Englisch-Kenntnisse und ihre Ausführung sei überall identisch. „Selbst in Tokio“, pflichtet Philipp Kamm aus Bruchsal bei. Er ist seit 35 Jahren weitgereister „Caller“ und seit September 2010 sowohl bei den „Hang Loose Promenaders“, als auch bei den „Heilbronn Homesteaders“ aktiv. Im Bürgerhaus Buckenberg-Haidach mischt er seine Kommandos mit gekonntem Gesang. Don McLeans Klassiker „American Pie“ hat Philipp Kamm in seinem Song-Repertoire; Tom Pettys Erfolgstitel „I Won’t Back Down“ auch.

„Beim Square Dance kann man in jedem Alter mitmachen“, sagt Hang-Loose-Präsident Felix Bitrolf. „Unsere jüngste Tänzerin ist 20, unsere Seniorin ist 81.“ Unter den im Bürgerhaus tanzenden Gästen sind jedoch die neunjährigen Freundinnen Celina und Lisa aus Ostfildern die jüngsten Square-Dance-Fans. Lisa trägt statt Rock Leggins und verrät: „Petticoats kratzen so doof.“ Lisas Mutter Andrea widerspricht: „Meiner kratzt nicht.“ Ihre zweite Tochter, die fünfzehnjährige Adina, ist erst seit Mai beim Square Dance dabei, will sich aber schon bald zum „Caller“ ausbilden lassen. Sie hat vor, moderne Pop-Songs von „One Republic“ oder Mark Foster mit ihren Schritt-Kommandos zu mischen. „Beim Square Dance muss man hochkonzentriert sein“, betont Hans-Gerd Gasser, „denn alle Kommandos der Caller müssen sofort umgesetzt werden. Deshalb lautet ein ungeschriebenes Gesetz: Alkohol ist vor und während des Tanzes kein Thema.“