Pforzheim. Pforzheim. Mit einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst im Biergarten des Enzauenparks haben evangelische und katholische Christen am Pfingstmontag das Pfingstfest gefeiert, das zugleich als Geburtsstunde der Kirche gilt
Unter strahlend blauem Himmel leiteten die evangelische Pfarrerin Martina Walter und ihr katholischer Kollege, Pfarrer Georg Lichtenberger, den gut besuchten Open-Air-Gottesdienst gemeinsam.
„An Pfingsten, da bewegt sich was, da tut sich was, da stürmt es“, betonte Martina Walter. Es gehe auch darum, für andere auf- und einzustehen. „Wir müssen hinaus, wenn sich was ändern soll. Dorthin, wo wirre Gedanken und Parolen verbreitet werden“, sagte die Pfarrerin.
Oft regierten Angst, Ärger, Stress und Wut, sagte Georg Lichtenberger. „Dann fallen die Türen zu.“ Menschen blieben bei ihrer eigenen Meinung, hörten kein gutes Wort mehr und machten dicht. Der Pfarrer kritisierte zudem, dass Menschen aus sicheren Herkunftsländern zurückgeschickt werden müssten, obwohl sie integriert seien, Kindergärten und Schulen besuchten, gerade eine Ausbildung begonnen hätten oder als Fachkräfte in Pflegeheimen, Kitas oder als Ärzte in Krankenhäusern gebraucht würden. „Jesus ging durch verschlossene Türen, auch durch die brutal schmerzhafte Tür des Todes. Er möchte, dass die Türen wieder aufgehen“, unterstrich Lichtenberger. Es gebe immer Alternativen des Friedens, der Hoffnung und der Menschlichkeit. Türen seien zum Öffnen da. „Der Lebensatem steckt in allen“, sagte Martina Walter mit Verweis auf das ökumenische Friedensgebet und auf das Pfingstfest, an dem Gott den Heiligen Geist auf die Jünger sandte. Walter beleuchtete dabei auch die Sicht der Jünger.
Jesus habe zum Glauben eingeladen, die Menschen in die Welt gesandt sowie belebt, begeistert, motiviert und inspiriert.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst am Keyboard von Sybille Bura. Viele Besucher unter freiem Himmel hätten nach Angaben der Veranstalter die Gemeinschaft und das Gemeinsame beider Kirchen geschätzt. Der Gottesdienst war Teil des Programms, das am Pfingstmontag in allen Kirchen der Stadt angeboten wurde.
„Es ist richtig und wichtig, dass ökumenisch gefeiert wird“, sagte Pfarrer Georg Lichtenberger.

