Es ist ein seit vielen Jahren dauerndes Bemühen, Pforzheim in eine gute Zukunft zu führen. Die Stadtgesellschaft aus ihrer defätistischen Grundhaltung zu befreien. Konzepte und Positionspapiere zur Innenstadt-Entwicklung gibt es mittlerweile in ausreichender Zahl. Sie kreisen immer um die gleichen Themen.
Ein Kommentar von PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer
Ein renommierter Architekt und honoriger Bürger nennt das Verhalten von Stadtverwaltung und Gemeinderat „irgendwo verantwortungslos“, weil man versäume, die soliden Hausaufgaben zu machen, er fordert „neue Konzepte, die Stadt hat das Zeug dazu!“.
In der Tat steht Pforzheim an einem Wendepunkt – so wie die Welt sich gerade ohnehin neu „sortiert“. Dieses weltweite Prozedere macht den Menschen Angst. Umso wichtiger ist es, mutige und positive Signale zu setzen. Einer, der als Projektentwickler europaweit unterwegs, in Pforzheim aber zuhause ist, spricht den Goldstädtern Mut zu: „Pforzheim hat eine wahnsinnige Wirtschaftskraft, wir sind eine tolle Stadt und wir können noch viel bewegen - wenn alle das glauben, dann setzt sich das auch um.“
Man darf der IHK-Chefin Katja Traub und ihren Akteuren deshalb dankbar sein, wenn sie nach einem etwas langwierigen Prozess der Stadtverwaltung eine Handlungsanweisung an die Hand geben, die das Potential hat, unsere Stadt als den Ort zu betrachten, den die Pforzheimer in Zukunft erleben möchten.
Tanja Traubs Appell an das Stadtoberhaupt – „Umsetzen müßt ihr es!“ – hat sicherlich seine Berechtigung, aber genau so dringend ist der Appell an die Pforzheimer Stadtgesellschaft, sich in diesen Prozess der Stadtentwicklung einzubringen - mit einer ebenso kritischen wie positiven Denkungsart.
Um aus Pforzheim eine lebenswertere Stadt zu machen – dazu braucht es neben tiefgründigen Positionspapieren die Teilnahme einer aktiven Bürgerschaft, die ihre Innenstadt als sozialen Treffpunkt versteht und sich hier zu Hause fühlt.

