Pforzheim. Wenn alles gut geht, kann man bis zum Sommer vor dem DDR-Museum einen Trabant-Kübelwagen in einem rundum durchsichtigen Schutzhäuschen bewundern. Der historische Wagen wurde gestiftet, seine künftige Behausung von Architekt Uwe Schwehr ehrenamtlich entworfen, und die Gelder für die Umsetzung werden gerade gesammelt. Einen Grundstock legte Michael M. Janssen, der eine Spende des Lions-Clubs Pforzheim in Höhe von 5000 Euro überreichte.
Die Mittel stammen aus dem Verkauf des Adventskalenders, hinter dessen Türchen sich Nummern verbergen, mit denen Glückspilze Händler-Gutscheine gewinnen können. Für die Händler war der Kalenderverkauf während Corona ein willkommener Frequenzbringer, so Peter Wagner vom „Verein gegen das Vergessen“. 7500 Kalender zum Preis von fünf Euro pro Stück hat der Lions-Club 2021 verkauft, erzählte Janssen, der seit drei Jahren für die Organisation des Projekts zuständig ist. Das Geld geht jeweils als Spende an soziale oder kulturelle Einrichtungen. Dieses Mal wurde aus dem Kreis der ungefähr 40 Mitglieder das DDR-Museum vorgeschlagen, dem man damit für sein wichtiges ehrenamtliches Engagement danken möchte.
„Die Spende hilft uns sehr“, sagte Birgit Kipfer, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lernort Demokratie – Das DDR-Museum Pforzheim. „Das Museum wird mehr und mehr erfolgreich, wir gehen in die Professionalität über und machen damit einen Schritt in die Beständigkeit.“ Kipfer bezog sich damit auf einen Landeszuschuss in Höhe von 50 000 Euro für eine halbe hauptamtliche Stelle. Elf Bewerbungen gab es, die derzeit gesichtet werden. „Damit ist der Fortbestand des Museums gesichert, auch wenn die Ehrenamtlichen das einmal nicht mehr stemmen könnten,“ so Kipfer.
Die laufenden Kosten werden über Fördergelder der Landeszentrale für Politische Bildung, durch Eigenmittel der Stiftung, Zuschüsse der Stadt, Spenden und durch den vor 20 Jahren von Klaus Knabe ins Leben gerufenen „Verein gegen das Vergessen“ getragen.

