Pforzheim. Drei junge Künstler aus aller Welt haben ein Stipendium für das Pforzheimer Projekt "Designers in Residence" bekommen. Sie dürfen mit finanzieller Unterstützung drei Monate lang ausschließlich an ihrem neuen Projekt arbeiten, welches dann im EMMA-Kreativzentrum sowie im Design Center Baden-Württemberg in Stuttgart präsentiert wird.
Mehr als 260 junge Designer aus 54 Ländern haben sich mit ihren Projektideen um einen der drei Studienplätze für das Jahr 2020 beworben. Im Rahmen des internationalen Stipendienprogramms erhalten die Künstler eine kostenlose Unterkunft sowie eine monatliche finanzielle Förderung. Darüber hinaus können die Stipendiaten die Infrastruktur und die Angebote der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim im Rahmen des Stipendiums nutzen. Im Anschluss werden die Ergebnisse in Ausstellungen im EMMA-Kreativzentrum (26. Juni - 5. Juli 2020) sowie im Design Center Baden-Württemberg (15. September - 22. Oktober 2020), präsentiert.
„Designers in Residence hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Baustein bei der internationalen Positionierung der Stadt Pforzheim als Designstandort entwickelt“, sagt Almut Benkert, Fachbereichsleiterin Kreativwirtschaft beim Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim. „Die kontinuierlich steigenden Bewerberzahlen und die Qualität der Einreichungen bestärken uns darin, das Projekt auch weiterhin fortzuführen“, so Almut Benkert weiter.
Stipendianten aus aller Welt
Letzendlich konnten nur drei der Bewerber ausgewählt werden: Die portugiesische Textildesignerin Maria Appleton, die Schmuckdesignerin Mira Kim aus Südkorea und Jaspar Rogers, Industriedesigner aus Großbritannien.

Appleton studierte nach ihrer Ausbildung in London Textildesign. Später wurde sie als Stipendiantin der Kyoto University of Technology für ein Forschungsprojekt im Bereich Textilien ausgewählt. Darüber hinaus entwickelte sie mit Zara eine nachhaltige Kollektion für Kinderbekleidung und entwarf Schuh-Protoypen für NIKE. In ihrem Projekt möchte sie neue Lebensweisen und Wohnformen im Raum durch den Einsatz flexibler textiler Strukturen erforschen und eine Installation entwickeln, die mit dem menschlichen Körper interagiert.

Mira Kim studierte Metalldesign an der Hanyang University in Seoul. Anschließend absolvierte sie den Masterstudiengang Edelstein und Schmuck an der Hochschule Trier in Idar-Oberstein. Im Jahr 2019 stellte sie ihre Arbeiten auf der Marzee Graduation Show in München aus und wurde von klimt02 als „Selected Graduate“ für die Hochschule Trier ausgezeichnet. Während des Stipendiums möchte sich die Schmuckdesignerin mit Kontexten beschäftigen: „Jede neue Information, die wir aufnehmen, wird durch unsere eigene Wahrnehmung und die damit verbundenen Vorannahmen bewertet. Dabei hängt unser Urteil nicht nur von der persönlichen Einstellung ab, sondern wird auch etwa durch historische und soziale Erfahrungen beeinflusst“, so Mira Kim. Ihr Ziel ist es, Schmuckstücke zu schaffen, die eine Neubewertung von Informationen provozierten und die Realität des Betrachters infrage stellen.

Der Industriedesigner Jaspar Rogers schloss 2019 sein Design-Studium an der Goldsmiths University of London ab. Sein Fokus liegt auf der Schaffung von sozialen Gütern und ökologischer Nachhaltigkeit. So realisierte er bereits Projekte zu Themen wie Obdachlosigkeit, Umweltverschmutzung, Gender Stereotypen oder dem Recyceln von Plastik. Er hat vor ein interaktives Spiel zu entwickeln, bei dem sich der Spieler in die Rolle eines Politikers hineinversetzen kann. Seine Motivation dahinter ist den Menschen politische Prozesse nahbarer zu machen und sie somit wieder zum Wöhlen zu bewegen.

Die drei Stipendiaten wurden von einer Fachkundigen Jury ausgewählt: Sam Tho Duong arbeitet als freischaffender Designer und ist für seinen detaillierten und vielschichtigen Körper- und Halsschmuck bekannt. Seine Arbeiten finden sich unter anderem im Schmuckmuseum Pforzheim oder dem Museum of Art and Design in New York. Außerdem wurde er schon mehrfach für seine Kunst ausgezeichnet. Stefan Lippert ist einer der geschäftsführenden Gesellschafter des UP Designstudios, das zu den größeren Beratungsunternehmen für Produktdesign in Deutschland gehört. Die Arbeiten von UP Designstudio wurden bis heute mehr als vierzig Mal mit renommierten internationalen Designpreisen ausgezeichnet. Das dritte Jurymitglied, Bettina Weiss ist aktuell Senior Designer bei adidas Heartbeat Sports/Specialist Sports. Schon während ihres Studiums an der Hochschule Pforzheim arbeitete sie als Technical & Color Designer für adidas Stella Mc Cartney.

