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Symbolbild-dpa. Der Angeklagte tischte in der Verhandlung mehrere Geschichten auf.
Symbolbild-dpa. Der Angeklagte tischte in der Verhandlung mehrere Geschichten auf.
23.07.2018

Pforzheimer Kurde wegen Erpressung und Körperverletzung vor Landgericht

Pforzheim. Ein 24-jähriger Kurde, der psychisch vorbelastet ist, steht wegen räuberischen Diebstahls samt Erpressung und Körperverletzung vor dem Landgericht der Auswärtigen Großen Strafkammer in Pforzheim.

An unterschiedlichen Orten in der Goldstadt – im Internetcafé, der Schalterhalle am Bahnhof und an einer Bushaltestelle soll der Mann, der vor Gericht keine Angaben machte und derzeit in der Forensischen Psychiatrie in Emmendingen untergebracht ist, Menschen ihr Handy abgenommen, ihnen mit Teleskopschlagstock, Rohrzange oder Pfefferspray gedroht und einem Mann mit der Hand ins Gesicht geschlagen haben. Und dies alles im Zeitraum 2015 bis 2018. Auch wenn der Mann auf der Anklagebank für den Vorsitzenden Richter Andreas Heidrich kein Unbekannter ist: „Wir sehen uns nicht das erste Mal“ , hatte der erste Verhandlungstag doch so manche Überraschung für alle Beteiligten parat, insbesondere die Zeugenaussagen zur Handyabnahme im Internetcafé, ließen stutzen und waren widersprüchlich. Verunsichert und im Detail durchaus variierend, schilderte ein 19-jähriger Türke wie er dem Tatverdächtigen sein Handy im Bereich des Internetcafés übergab. Dass dieser dabei einen Teleskopschlagstock in der Hose des Mannes gesehen haben will, darin ließ der Jugendliche, der damals etwa 16 Jahre alt war, keinen Zweifel. Auch zuvor soll er schon einmal die Bekanntschaft mit dem Kurden gemacht haben, der schon damals sein i-Phone wollte, dem er aber durch einen Trick entkommen sei. „Auf die Frage, warum ihm nun kein Verkäufer oder der Mann an der Kasse des Internetcafés, indem der Junge doch Stammkunde war, geholfen hätte, antwortet dieser nur: „Die haben gar nichts gemacht“.

Er selbst sei mit einem ehemaligen Freund unterwegs gewesen. Doch sein ehemaliger Kumpel, auch Kurde, machte vor Gericht Erinnerungslücken geltend und schob jene auf einen kürzlichen Klinikaufenthalt in der Psychiatrie in Hirsau. „Ich weiß es nicht mehr genau. Ich kann mich nicht gut erinnern. Es ist lange her und ich war noch ein Kind“, sagte der heute 19 Jährige, der damals etwa 16 Jahre alt war. Dies nahm ihm Verteidigerin Jutta Götz nicht ab. Denn gleichzeitig beschrieb der Jugendliche, wie er seinen früheren Freund vor Schlägereien schützte.Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.